Enttäuschung für deutsche Kugelstoß-Hoffnung bei Hallen-WM
Die deutschen Leichtathletik-Fans hatten auf eine Medaille gehofft, doch bei der Hallen-Weltmeisterschaft im polnischen Torun blieb die erwartete Podestplatzierung aus. Kugelstoß-Olympiasiegerin Yemisi Ogunleye verpasste am Freitag in der Kujawsko-Pomorska Arena eine Medaille und landete mit einer Weite von 19,46 Metern auf dem fünften Platz.
Starker Start, aber keine Steigerung möglich
Die 27-jährige Mannheimerin hatte sich nach ihrer beeindruckenden Bestleistung von 20,37 Metern bei den deutschen Meisterschaften in Dortmund durchaus Medaillenchancen ausgerechnet. „Das ist nie ausgeschlossen“, hatte die Athletin vor dem Wettkampf erklärt. Nach einem vielversprechenden ersten Stoß gelang es Ogunleye jedoch nicht, diese Leistung zu steigern oder auch nur zu halten.
Am Ende fehlten der Deutschen genau 29 Zentimeter zur Bronzemedaille, die sich die Schwedin Axelina Johansson mit 19,75 Metern sicherte. Die Enttäuschung war Ogunleye deutlich anzumerken, die bei der vorherigen Hallen-WM 2024 in Glasgow noch Silber gewonnen hatte.
Überragende Chase Jackson dominiert den Wettbewerb
Den Wettbewerb dominierte klar die US-Amerikanerin Chase Jackson, die mit einer starken Weite von 20,14 Metern die Goldmedaille gewann. Silber ging an die kanadische Titelverteidigerin Sarah Mitton, die 19,78 Meter erreichte.
Aus deutscher Sicht war auch die Leistung von Katharina Maisch vom LV 90 Erzgebirge beachtenswert. Die Athletin belegte mit 18,56 Metern den zehnten Rang und zeigte damit eine solide Leistung auf internationalem Niveau.
Weitere deutsche Enttäuschung über 1500 Meter
Nicht besser lief es für Robert Farken über 1500 Meter. Der 28-jährige Leipziger, der bei der WM den sechsten Platz belegt hatte, verpasste in seinem Vorlauf mit einer Zeit von 3:41,79 Minuten klar das Finale am Sonntag. Er landete in seinem Lauf nur auf dem fünften Rang.
Deutsches Team mit gemischten Erwartungen
Das deutsche Leichtathletik-Team ist in Torun mit insgesamt 14 Athletinnen und Athleten vertreten. Allerdings fehlen einige prominente Namen wie Weitsprung-Star Malaika Mihambo, die aus Rücksicht auf die Vorbereitung für die kommende Sommersaison auf die Teilnahme an diesen Hallen-Weltmeisterschaften verzichteten.
Die Entscheidung, sich auf die Outdoor-Saison zu konzentrieren, könnte sich für einige deutsche Top-Athleten als strategisch klug erweisen, während andere wie Ogunleye und Farken in Torun die Gelegenheit nutzen wollten, internationale Medaillenchancen zu ergreifen.
Die Hallen-WM in Torun zeigt einmal mehr, wie knapp und unberechenbar die Weltspitze in der Leichtathletik sein kann. Für Yemisi Ogunleye bleibt nun die Aufgabe, aus dieser Enttäuschung Kraft für die kommenden Wettkämpfe zu schöpfen und ihre beeindruckende Bestleistung von 20,37 Metern wieder abzurufen.



