Philina Schwartz: Deutschlands neue Sprint-Prinzessin erobert die Leichtathletik
Philina Schwartz: Sprint-Prinzessin erobert Leichtathletik

Philina Schwartz: Vom Ballett zur Sprint-Königin

In der deutschen Leichtathletik-Szene geht derzeit ein neuer Stern auf. Philina Schwartz, erst 19 Jahre alt, hat bei den Deutschen Hallen-Meisterschaften über 60 Meter nicht nur überraschend Gold gewonnen, sondern sich mit einer fantastischen Zeit von 7,16 Sekunden auch für die Hallen-Weltmeisterschaften in Torun qualifiziert. Die Berlinerin vom Berlin Athletics Capital Club steigerte ihre persönliche Bestleistung um zwei Zehntelsekunden und verlor in dieser Saison noch kein einziges Rennen.

Vom Wikipedia-Eintrag zur Weltmeisterschaft

„Was? Echt? Das ist ja krass, habe ich gar nicht gewusst“, reagierte Schwartz lachend auf die Nachricht, dass sie seit zwei Tagen einen eigenen Wikipedia-Eintrag hat. „Das ist schon cool, wenn man plötzlich was über sich selbst lesen kann, dann bin ich wohl jetzt berühmt.“ Diese Mischung aus Unbeschwertheit und Talent macht die junge Athletin besonders sympathisch.

Erst seit dieser Saison sprintet Schwartz bei den Frauen und schießt wie ein Komet durch die Szene. Ihre bisherigen Erfolge:

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  • Bronzemedaille über 60 Meter bei den U20-Meisterschaften 2024
  • Gold über 100 Meter bei den U20-Meisterschaften 2025
  • Deutsche Hallenmeisterin über 60 Meter 2026
  • Qualifikation für die Hallen-WM in Torun vom 20. bis 22. März

Vom Ballett zur Sprintbahn

Die in Oberhausen geborene Athletin kam mit 13 Jahren nach Berlin, wo ihr Vater arbeitete und sie eine Sportschule suchte. „Man will es kaum glauben, aber ich habe 5 Jahre lang parallel zur Leichtathletik noch Ballett getanzt“, verrät Schwartz. Ihre Mutter Anja hatte das Tanzen vorgeschlagen, doch Philina entschied sich schließlich für den Sprint. „Das Tanzen hat auch Spaß gemacht, aber irgendwann musste ich mich entscheiden.“

Seit Dezember hat sie ihr Fachabitur in der Tasche und konzentriert sich nun voll auf den Sport. Mit Trainer Max Schnicke (31) arbeitet sie seit drei Jahren erfolgreich zusammen. „Unser Schlüssel zum Erfolg ist eine tolle Kommunikation“, erklärt Schnicke. „Wir haben ein sehr gutes Vertrauensverhältnis. Wenn es sein muss, fangen wir ein Training auch mal später an, weil sich Philina erst einmal was von der Seele reden muss.“

Rituale und große Träume

Zu jedem Wettkampf gehören bei Schwartz bestimmte Rituale:

  1. Ein spezieller Handschlag mit dem Trainer vor dem Callroom
  2. Zwei Gummibärchentüten in der Sporttasche als Nervennahrung
  3. Ihre charakteristische Wettkampffrisur mit halb offenen Haaren

„Startnummern mit guten Zeiten hängen bei mir an der Wand“, verrät die junge Athletin schmunzelnd. „Die anderen hebe ich auf, aber die kommen in eine Kiste.“

Früher bewunderte sie deutsche Leichtathletik-Stars wie Malaika Mihambo und Gina Lückenkemper. „Jedes Mädchen wollte so sein wie Gina. Irgendwann möchte ich an ihrer Stelle stehen“, sagt Schwartz. Heute bewundert sie vor allem die schnellen Jamaikanerinnen, ohne sich auf ein spezielles Idol festzulegen.

Der Weg nach Olympia

Philina Schwartz träumt groß: „Ich möchte bei vielen internationalen Wettkämpfen weiter für Deutschland das Nationaltrikot tragen. Und ich will zu Olympia, am liebsten schon 2028.“ Wenn sie ihre derzeitige Entwicklung beibehält, könnte dieser Traum schneller Realität werden, als viele erwarten.

Am Freitag steht das weltgrößte Hallen-Meeting, das Istaf Indoor in Berlin, auf dem Programm. Dort wird Deutschlands neue Sprint-Prinzessin erneut zeigen, was in ihr steckt. Das ZDF überträgt den Wettkampf ab 18.15 Uhr im Livestream.

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