Tränen bei deutscher Para-Langläuferin: Vierter Platz als erster Verliererplatz
Die Jagd nach paralympischem Edelmetall geht für die deutsche Ausnahmeathletin Kathrin Marchand weiter. Die 35-jährige Kölnerin kämpfte sich im Klassik-Sprint des Para-Langlaufs bei den Paralympics in Tesero ins Finale und wurde Vierte. Im Ziel fehlten ihr nur 1,9 Sekunden für ihre erste Medaille in dieser Disziplin.
Emotionale Reaktion nach dem Rennen
Nach dem Rennen flossen bei Marchand die Tränen. „Natürlich ist mir bewusst, was ich heute bei den Paralympics geleistet habe und dass auch ein vierter Platz nach nur 14 Monaten Ski-Training krass ist“, sagte die Athletin. „Aber der vierte Platz ist einfach immer ärgerlich, weil er auch der erste Verlierer-Platz ist. Gerade wenn andere erwarten, dass man eine Medaille holt, und man dann wieder nur Vierter wird, ist es extrem schade.“
Marchand betonte jedoch auch ihren Stolz auf die eigene Leistung. Die Enttäuschung ist besonders groß, da sie bereits bei den Paralympics 2024 in Paris im Para-Rudern als Vierte nur 0,09 Sekunden hinter Bronze lag.
Historische Sportkarriere
Kathrin Marchand schreibt mit ihrem Start bei den Paralympics in Tesero echte Sportgeschichte. Die Rheinländerin ist die erste Frau weltweit, die bei olympischen und paralympischen Sommerspielen sowie bei paralympischen Winterspielen angetreten ist. Bislang gelang dies nur dem Niederländer Jeroen Straathof.
Ihre sportliche Laufbahn begann Marchand im Rudern, wo sie Teil von „Team D“ bei den Olympischen Spielen 2012 in London und 2016 in Rio war. Ein Schlaganfall im Jahr 2021 bedeutete einen massiven Einschnitt in ihrem Leben. Enttäuscht von Platz 4 in Paris wagte sie den ungewöhnlichen und extrem schwierigen Wechsel auf die Langlaufski.
Weitere Chancen auf Medaillen
Bei den Paralympics in Tesero hat Marchand noch über die 10- und 20-Kilometer-Strecken zwei weitere Chancen auf Edelmetall. Sollte die Kölnerin auch dort leer ausgehen, bietet sich die nächste Möglichkeit bei den Paralympics 2028 in Los Angeles.
Im vergangenen Jahr wurde Marchand im Para-Rudern Welt- und Europameisterin, was ihre außergewöhnliche sportliche Vielseitigkeit unterstreicht. Trotz der aktuellen Enttäuschung bleibt ihre historische Leistung unbestritten: „Es ist schon toll, hier zu sein und überhaupt so weit gekommen zu sein“, resümiert die Athletin.



