Emil Agyekum hat den über 40 Jahre alten deutschen Rekord über 400 Meter Hürden geknackt. Der 27-jährige Berliner lief beim Diamond League-Meeting in London die überragende Zeit von 47,45 Sekunden und unterbot damit die Bestmarke von Leichtathletik-Ikone Harald Schmid. Bei den Europameisterschaften vom 10. bis 16. August in Birmingham ist Agyekum ein klarer Medaillenkandidat.
Rekordlauf in London: 47,45 Sekunden
Im Olympiastadion von London wurde Agyekum hinter dem norwegischen Weltrekordler Karsten Warholm Zweiter. „Ich denke, das war einfach dieses Stadion und die Konkurrenz. Das pusht einfach extrem. Mit der Weltspitze in einem Lauf zu sein und dann in einem so riesigen Stadion, das ist krass“, sagte er über seinen Lauf. Die alte deutsche Bestmarke von Harald Schmid stand seit dem 8. September 1982 bei 47,48 Sekunden. Schmid war damals in Athen gelaufen und hatte diese Zeit bei den Weltmeisterschaften 1987 in Rom egalisiert. Agyekum ist nun der erste deutsche Läufer, der die 48-Sekunden-Marke fünfmal unterboten hat.
Agyekum zuversichtlich für EM-Medaille
„Ich bin sehr zuversichtlich. Weil es ist schon cool, dass mich Warholm nicht gleich an der ersten Hürde eingeholt hat“, sagte Agyekum der ARD. In der aktuellen Weltbestenliste ist er hinter Warholm der beste Europäer. „Ich freue mich, die Saison hat gerade erst angefangen und es läuft schon so super. Es ist phänomenal“, so der Berliner.
Emotionale Dankesworte
Nach dem Rekordlauf bedankte sich Agyekum auf Instagram bei seiner Familie, seinem Trainer Volker Beck, Sponsoren und Unterstützern. Besondere Worte fand er für seine Partnerin, die Hammerwerferin Nova Kienast. Sie sei ein herzlicher Mensch, der ihn jeden Tag dazu inspiriere, die beste Version seiner selbst zu sein.
Steigerung in dieser Saison
Schon am vergangenen Dienstag war Agyekum Schmids Rekord mit 47,58 Sekunden beim Meeting in Budapest nahe gekommen. Nun fiel die fast 44 Jahre alte Bestmarke vor 60.000 Fans in London. Bei der letzten WM war Agyekum bereits ins Rampenlicht gerückt: Im Halbfinale knackte er erstmals die 48-Sekunden-Marke und stellte eine persönliche Bestleistung von 47,83 Sekunden auf. Im Finale wurde er mit erneuter Zeit unter 48 Sekunden starker Sechster. „Ich habe für mich ein neues Level erreicht“, sagte er damals.



