Emotionaler Triumph für den Mercedes-Youngster
Nach einem atemberaubenden Rennen auf der Shanghai International Circuit brach der 19-jährige Kimi Antonelli auf dem Siegerpodest in Tränen aus. Der italienische Nachwuchspilot von Mercedes feierte beim Großen Preis von China in seinem erst 26. Formel-1-Rennen den ersten Karrieresieg in der Königsklasse des Motorsports. "Mir fehlen die Worte, mir kommen die Tränen. Mein Team hat mir geholfen, diesen Traum wahr werden zu lassen", sagte der sichtlich bewegte Antonelli, während er sich die Tränen aus dem Gesicht wischte.
Historischer Erfolg für den jüngsten Pole-Sitter
Mit erst 19 Jahren und 202 Tagen schrieb Antonelli gleich doppelt Geschichte in Shanghai. Zuvor hatte er bereits Sebastian Vettel als jüngsten Pole-Position-Inhaber in der Formel-1-Historie abgelöst. Im Rennen konterte er souverän eine Startattacke von Rekordweltmeister Lewis Hamilton im Ferrari und kontrollierte das Geschehen von vorne. Lediglich ein Bremsplatten kurz vor Rennende bereitete ihm noch eine "kleine Schrecksekunde".
Der Sieg bescherte Mercedes den zweiten Doppelerfolg in dieser noch jungen Saison, da Teamkollege George Russell als Zweiter ins Ziel kam. "Ich freue mich so sehr für dich, Kumpel, und es ist mir eine große Ehre, diesen Moment mit ihm teilen zu dürfen", sagte Hamilton, der mit dem dritten Platz erstmals für Ferrari auf dem Podium stand.
Hamilton feiert Comeback mit Ferrari
Der 41-jährige Lewis Hamilton lieferte sich ein packendes Duell mit seinem Ferrari-Teamkollegen Charles Leclerc und zeigte, dass mit der wiedererstarkten Scuderia wieder zu rechnen ist. Nach einer enttäuschenden Premierensaison mit dem italienischen Team war dies ein wichtiger Schritt nach vorn für den siebenmaligen Weltmeister.
Renningenieur Peter Bonnington, der erfolgreich mit Hamilton zusammengearbeitet hat und sich nun um Antonelli kümmert, kommentierte: "Mit Lewis und Kimi verbinde ich eine tolle Geschichte. Hier ist einer der Großen der Vergangenheit und da ist einer der Großen der Zukunft."
Desaster für McLaren und Red Bull
Während Mercedes und Ferrari Grund zum Feiern hatten, erlebten andere Teams ein frustrierendes Wochenende. Konstrukteursmeister McLaren musste beide Autos noch vor dem Start abstellen, nachdem Ingenieure an den Wagen von Lando Norris und Oscar Piastri Schäden in der Elektronik der Power Units festgestellt hatten.
Auch Red Bull und der viermalige Weltmeister Max Verstappen durchlitten ein weiteres schwieriges Rennwochenende. Der Niederländer lag auf Punkterängen, als ihn zehn Runden vor Schluss eine defekte Kühlung zum Aufgeben zwang. "Dieses Wochenende war besonders schlimm. Es würde schon mal helfen, wenn wir endlich einen normalen Start hinlegen könnten", beklagte Verstappen.
Lob von allen Seiten
Trotz eigener Enttäuschung fand Verstappen anerkennende Worte für den Sieger: "Er ist schnell. Das wird nicht sein letzter Sieg sein, aber der erste ist natürlich immer sehr emotional."
Mercedes-Teamchef Toto Wolff, der Antonelli bereits mit elf Jahren ins Nachwuchsprogramm geholt hatte, zeigte sich stolz: "Er hat einen unglaublichen Weg gemacht, aber auch Rückschläge erlebt. Im vergangenen Jahr haben viele gesagt, dass das alles zu früh komme. Und jetzt fährt er im zweiten Grand Prix das Rennen gnadenlos nach Hause."
Audi mit gemischtem Ergebnis
Nico Hülkenberg konnte eine Woche nach seinem Technikausfall in Melbourne den Großen Preis von China immerhin zu Ende fahren, verpasste im Audi als Elfter aber knapp einen Punkt. "Es ist gut, das Rennen beendet zu haben. Die Kilometer und die Infos sind viel wert", sagte der deutsche Pilot.
Am Ende hatte Antonelli 5,5 Sekunden Vorsprung auf Teamkollege Russell und beträchtliche 25,2 Sekunden auf Hamilton. "Wir stehen erst am Anfang, wir geben weiter Vollgas", verkündete der strahlende Sieger. "Ich freue mich jetzt auf den Rest der Saison. Ich konzentriere mich auf jedes einzelne Rennen, also werden wir sehen, wo wir am Ende des Jahres stehen."



