Kimi Antonelli: Jüngster Formel-1-WM-Führer aller Zeiten nach Sieg in Suzuka
Antonelli jüngster Formel-1-WM-Führer nach Suzuka-Sieg

Kimi Antonelli schreibt Formel-1-Geschichte in Suzuka

Der erst 19 Jahre alte Kimi Antonelli hat als jüngster WM-Spitzenreiter aller Zeiten die Formel-1-Geschichtsbücher neu geschrieben. Nach seinem zweiten Sieg binnen zwei Wochen in Japan übernahm der Mercedes-Pilot die Führung in der Gesamtwertung, doch Teamchef Toto Wolff verordnete prompt Nachhilfestunden. „Da müssen wir in die Fahrschule gehen“, befahl Wolff, nachdem der italienische Teenager erneut den Start verpatzt hatte.

Historische Bestmarke und bescheidener Champion

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Kein WM-Spitzenreiter in der Königsklasse des Motorsports war jünger als Antonelli. Die bisherige Bestmarke hielt Rekordweltmeister Lewis Hamilton, der 2007 in Spanien im Alter von 22 Jahren und 126 Tagen erstmals die Spitze erobert hatte. Angemessen bescheiden versicherte der neue Spitzenreiter: „Ich muss noch viel arbeiten und mich weiter steigern.“ Zwei Siege eines Italieners nacheinander hatte die Formel 1 zuletzt 1953 erlebt, als Alberto Ascari zu seinem zweiten WM-Titel fuhr.

Safety-Car bringt die Wende in Japan

Wie bereits bei seiner Siegpremiere in China von der Pole Position gestartet, fiel Antonelli in Suzuka nach einem Fehlstart mit durchdrehenden Reisen auf Platz sechs zurück. „Das war komplett mein Fehler. Damit mache ich mir das Leben viel schwerer“, gestand der Mercedes-Youngster. Die entscheidende Szene kam, als Haas-Pilot Oliver Bearman heftig in die Streckenbegrenzung krachte und das Safety-Car auf die Piste kam.

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Antonelli verlor beim Reifenwechsel weniger Zeit, kehrte als Führender zurück und war nicht mehr aufzuhalten. „Eine Superfahrt und das Glück des Tüchtigen“, urteilte Teamchef Wolff. Teamgefährte George Russell, der eine Runde vor dem Safety-Car-Einsatz als Spitzenreiter an die Box gefahren war, haderte mit dem Schicksal: „Unglaublich. Unser verdammtes Glück in den letzten zwei Rennen“, funkte der 28-Jährige.

Von Kritikern zum Naturtalent

Seit seinem ersten Grand-Prix-Sieg in Shanghai hat sich das Blatt bei Mercedes gewendet. Antonelli, der in China als jüngster Pilot der Formel-1-Geschichte seine erste Pole Position erreichte, ließ Kritiker an seiner wechselhaften Debütsaison verstummen. „Ich habe einen großen Schritt gemacht. Erfahrung hilft sehr. Letztes Jahr musste ich einiges überstehen. Das hat mich mehr abgehärtet, als ich erwartet habe“, erklärte der Italiener.

Sein Renningenieur Peter Bonnington, einst lange an der Seite von Lewis Hamilton, sieht den Jungstar auf dem besten Weg: „Einfach ein Naturtalent. Ich habe nie an Naturtalente geglaubt, aber er hat dieses gewisse Etwas, diese zusätzlichen paar Zehntelsekunden, die andere Fahrer suchen.“

Pause durch Nahost-Konflikt und enge Titeljagd

Am liebsten würde Antonelli sein Formhoch sofort weiter nutzen, doch die Formel 1 verabschiedet sich unfreiwillig in eine längere Pause. Wegen des Krieges in Nahost wurden die für April geplanten Gastspiele in Bahrain und Saudi-Arabien abgesagt. Erst am 3. Mai geht es mit dem Rennen in Miami weiter. „Ich versuche, das Beste aus der Pause zu machen und zu schauen, wo ich mich weiter verbessern kann“, sagte der neue WM-Führende.

Die Saison bleibt eng: Neben Teamkollege Russell hat Antonelli auch die Konkurrenz von McLaren und Ferrari weiter auf der Rechnung. In Japan schien der Vorteil der Mercedes bereits nicht mehr so deutlich wie bei den ersten beiden Grand Prix. Der viermalige Weltmeister Max Verstappen kam im Red Bull abgeschlagen als Achter ins Ziel, seine Rekordserie mit vier Japan-Siegen nacheinander ist beendet. Im Frust über seinen schwachen Dienstwagen und die neuen Technik-Regeln hatte der Niederländer vor dem Rennen laut über einen vorzeitigen Rücktritt nachgedacht.

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