Antonelli schreibt F1-Geschichte: 19-Jähriger verdrängt Vettel als jüngster Pole-Setter
Antonelli schreibt F1-Geschichte: Verdrängt Vettel als jüngster Pole-Setter

Historischer Moment in Shanghai: Antonelli schreibt Formel-1-Geschichte

Ein italienischer Teenager hat in der Formel 1 einen historischen Rekord gebrochen. Kimi Antonelli eroberte am Samstag bei der Qualifikation zum Großen Preis von China die Pole Position und löste damit Sebastian Vettel als jüngsten Pole-Setter der Königsklasse ab. Mit nur 19 Jahren und 201 Tagen schrieb der Mercedes-Pilot in Shanghai Motorsportgeschichte.

Vettels Rekord nach 18 Jahren gebrochen

Sebastian Vettel hielt den Rekord seit dem Jahr 2008, als er mit 21 Jahren und 72 Tagen für Toro Rosso in Monza sensationell die Pole Position eroberte. Einen Tag später feierte der Heppenheimer damals auch seinen ersten Grand-Prix-Sieg. Antonelli hat nun diesen lange bestehenden Rekord deutlich unterboten und sich damit einen Platz in den Geschichtsbüchern gesichert.

Emotionale Szenen nach der Qualifikation

Nach dem Sturm in die Rekordbücher gab es bewegende Momente in der Boxengasse. Papa Marco umarmte seinen Sohn Kimi und tätschelte liebevoll dessen Wange. Rekordweltmeister Lewis Hamilton, der im kommenden Jahr zu Ferrari wechselt und von Antonelli bei Mercedes abgelöst wird, gratulierte dem jungen Italiener mit einem breiten Grinsen. „Großer Glückwunsch an diesen großen Burschen hier“, sagte der mehr als 21 Jahre ältere Superstar. „Es ist wirklich toll zu sehen, wie er sich weiterentwickelt. Er hat es wirklich verdient.“

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Antonelli zeigt Nervenstärke trotz Teamkollegen-Problemen

Der Mercedes-Pilot zeigte in der entscheidenden Qualifikationssession Nervenstärke, obwohl sein Teamkollege George Russell mit technischen Problemen kämpfte. Russells Motor sprang in der dritten K.o.-Runde zunächst nicht an, anschließend hatte der Brite Schwierigkeiten mit dem Getriebe. „Es war eine ziemlich saubere Session, ich bin also wirklich zufrieden“, sagte Antonelli nach seinem historischen Erfolg. „Ich habe gesehen, dass George ein Problem hatte, aber ich habe einfach versucht, mich zu konzentrieren und eine gute Runde hinzulegen.“ Diese gelang ihm in beeindruckenden 1:32,064 Minuten.

Wolff verteidigt Entscheidung für junge Talente

Mercedes-Teamchef Toto Wolff zeigte sich nach der Premieren-Pole seines jungen Piloten sichtlich erleichtert und bestätigt. „Viele haben gesagt, der Junge sei noch zu jung für einen Mercedes, aber er hat sich gut geschlagen“, betonte der Österreicher. „Jetzt komme er in die Gänge und habe eine Topzeit hingeknallt. Er beginnt richtig Performance zu zeigen und verdient diesen Sitz.“ Antonelli hatte vor einem Jahr den Wechsel von Rekordweltmeister Hamilton zu Ferrari kompensiert und sich nun mit diesem historischen Erfolg eindrucksvoll zurückgemeldet.

Russell betreibt beeindruckende Schadensbegrenzung

Teamkollege George Russell zeigte trotz seiner technischen Probleme beeindruckende Schadensbegrenzung. Nach dem Auftaktsieg in Australien und dem Erfolg im Sprintrennen von Shanghai steuerte der Brite eigentlich auf seine zweite Pole in dieser Saison zu. Doch dann wurde es „einfach verrückt“, wie er selbst beschrieb. Nach dem zweiten K.o.-Durchgang klagte er über einen demolierten Frontflügel, dann verweigerte der Motor den Dienst, und das Getriebe spielte nicht mit. Dreimal musste die Software neu hochgeladen werden, ehe der Mercedes endlich lief.

Hülkenberg knapp an Q3 vorbei, Verstappen unzufrieden

Für Nico Hülkenberg verlief die Qualifikation immerhin besser als der Sprint am Vortag. Nach einem technischen Aus in dem Kurzrennen über 100 Kilometer verpasste der einzige deutsche Fahrer im Feld zwar die letzte K.o.-Runde, doch als Elftem fehlten dem Audi-Piloten nur zwei Tausendstelsekunden. „Ich hoffe, dass es morgen was gibt und wir etwas mit nach Hause nehmen können“, sagte Hülkenberg nach der knappen Angelegenheit.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration

Ganz anders die Stimmung bei Max Verstappen. Der viermalige Weltmeister zeigte sich sichtlich frustriert nach einer Qualifikation, die ihn nur auf Platz acht brachte. „Jede Runde ist ein Überlebenskampf, es macht überhaupt keinen Spaß“, konstatierte der Red-Bull-Star, der bereits im Sprint als Neunter die Punkteränge verpasst hatte. Verstappen klagte über mangelnden Grip, fehlende Balance und übermäßigen Reifenverschleiß. „Es fühlt sich nicht gut an. Wenn du in der Vergangenheit etwas komplett auf den Kopf gestellt hast, hat es etwas gebracht“, sagte er mit einem Anflug von Ratlosigkeit.

Historischer Vergleich: Vettels Karrierestart 2008

Interessant ist der Vergleich zu Sebastian Vettels Karrierestart im Jahr 2008. Der Deutsche hatte damals nicht nur die Pole Position in Monza erobert, sondern gewann am darauffolgenden Tag auch das Rennen – sein erster von insgesamt 53 Grand-Prix-Siegen. Ob Antonelli diesem Beispiel folgen kann, wird sich am Sonntag zeigen, wenn das zweite Saisonrennen in Shanghai über die Bühne geht. Hamilton startet als Dritter hinter dem Mercedes-Duo in das Rennen, das um 8:00 Uhr MEZ beginnt.