Emotionaler Premierensieg für Formel-1-Youngster Antonelli in Shanghai
Der erst 19-jährige Kimi Antonelli hat beim Großen Preis von China seinen ersten Sieg in der Formel 1 gefeiert und damit für eine historische Sensation gesorgt. Der Mercedes-Pilot gewann in seinem 26. Rennen in der Königsklasse des Motorsports und brach nach dem Zieleinlauf in Tränen aus. „Mir fehlen die Worte, mir kommen die Tränen. Mein Team hat mir geholfen, diesen Traum wahr werden zu lassen“, sagte der aufgewühlte Italiener, der mit 19 Jahren und 202 Tagen zu den jüngsten Siegern der Formel-1-Geschichte gehört.
Hamilton feiert lang ersehnte Ferrari-Premiere
Während der Youngster triumphierte, konnte Formel-1-Legende Lewis Hamilton endlich seinen ersten Podestplatz für Ferrari feiern. Der Rekordweltmeister belegte nach einer enttäuschenden Premierensaison mit der Scuderia den dritten Platz und zeigte damit, dass mit dem italienischen Traditionsteam wieder zu rechnen ist. „Ich freue mich so sehr für dich, Kumpel, und es ist mir eine große Ehre, diesen Moment mit ihm teilen zu dürfen“, gratulierte Hamilton seinem ehemaligen Teamkollegen Antonelli, der seinen Platz bei Mercedes eingenommen hat.
Symboltreffen von Vergangenheit und Zukunft
Das Rennen in Shanghai bot ein symbolträchtiges Zusammentreffen der Formel-1-Generationen. Antonelli war erst ein Jahr alt, als Hamilton 2007 seinen ersten Grand Prix gewann. Mercedes-Renningenieur Peter Bonnington kommentierte: „Mit Lewis und Kimi verbinde ich eine tolle Geschichte. Hier ist einer der Großen der Vergangenheit und da ist einer der Großen der Zukunft.“ Der Youngster aus Bologna hatte bereits am Samstag mit der jüngsten Pole-Position der Formel-1-Geschichte auf sich aufmerksam gemacht.
Desaster für McLaren und Verstappen
Während Antonelli und Hamilton jubelten, erlebten andere Teams ein frustrierendes Wochenende:
- Konstrukteursmeister McLaren musste beide Autos vor dem Start abstellen, nachdem an den Wagen von Lando Norris und Oscar Piastri Elektronikprobleme in den Power Units festgestellt wurden
- Viermaliger Weltmeister Max Verstappen musste mit Red Bull zehn Runden vor Schluss aufgeben, nachdem eine defekte Kühlung ihn zum Parken zwang
- Nico Hülkenberg verpasste im Audi als Elfter knapp die Punkteränge
Verstappen zeigte sich dennoch sportlich gegenüber dem Sieger: „Er ist schnell. Das wird nicht sein letzter Sieg sein, aber der erste ist natürlich immer sehr emotional“, lobte der Niederländer den jungen Italiener.
Mercedes feiert strategischen Erfolg
Mercedes-Teamchef Toto Wolff, der Antonelli bereits mit elf Jahren ins Nachwuchsprogramm geholt hatte, zeigte sich überwältigt vom Erfolg seines Schützlings. „Im vergangenen Jahr haben viele gesagt, dass das alles zu früh komme. Natürlich haben auch wir uns immer wieder gefragt, ob wir ihn vielleicht zu früh in diesen Dampfkochtopf geworfen haben“, gestand Wolff. „Aber jetzt fährt er im zweiten Grand Prix das Rennen gnadenlos nach Hause. Das war richtig gut.“
Antonelli blickt nach vorn
Der Sieger selbst blieb trotz des emotionalen Moments bescheiden und konzentriert. „Wir stehen erst am Anfang, wir geben weiter Vollgas“, verkündete Antonelli nach dem Rennen. „Ich freue mich jetzt auf den Rest der Saison. Ich konzentriere mich auf jedes einzelne Rennen, also werden wir sehen, wo wir am Ende des Jahres stehen.“ Mit einem Vorsprung von 5,5 Sekunden auf Teamkollege George Russell und beträchtlichen 25,2 Sekunden auf Hamilton bewies der Youngster in Shanghai eindrucksvoll sein Talent.



