Formel 1 streicht Wüsten-Doppel: Bahrain- und Saudi-Arabien-Rennen abgesagt
Der anhaltende Krieg im Nahen Osten hat nun direkte Auswirkungen auf die Königsklasse des Motorsports. Die Formel 1 hat offiziell bestätigt, dass die für April geplanten Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien ersatzlos gestrichen werden. Diese Entscheidung fällt vor dem Hintergrund der dramatisch verschärften Sicherheitslage in der Region.
Sicherheitsbedenken führen zur Absage
In einer gemeinsamen Erklärung von Formel-1-Organisation und dem Weltverband FIA heißt es: „Nach sorgfältigen Bewertungen aufgrund der anhaltenden Lage im Nahen Osten werden die Grands Prix von Bahrain und Saudi-Arabien nicht wie geplant im April stattfinden.“ Zwar wurden verschiedene Alternativen geprüft, doch letztlich entschieden sich die Verantwortlichen gegen Ersatzveranstaltungen in diesem Zeitraum.
Die Sicherheitsbedenken sind konkret: In den letzten Wochen waren in beiden Ländern iranische Drohnen und Raketen eingeschlagen. Besonders beunruhigend für die Formel-1-Community war der Angriff auf das Crowne-Plaza-Hotel in Bahrains Hauptstadt Manama – genau jenes Hotel, in dem das Williams-Team traditionell während Rennwochenenden abstieg.
Hintergrund: Druck der Teams und Medien
Eigentlich hatte sich die Formel 1 eine Entscheidungsfrist bis zum 20. März gesetzt, doch hinter den Kulissen übten Teamchefs erheblichen Druck für eine schnellere Klärung aus. Einige Fernsehsender hatten bereits angekündigt, unter keinen Umständen ins Krisengebiet reisen zu wollen, was die wirtschaftlichen Konsequenzen zusätzlich verschärfte.
Formel-1-Präsident Stefano Domenicali äußerte sich betroffen: „Auch wenn uns diese Entscheidung schwergefallen ist, ist sie angesichts der aktuellen Situation im Nahen Osten zum jetzigen Zeitpunkt leider die richtige.“ Er dankte den Veranstaltern für ihr Verständnis und betonte das Ziel, so bald wie möglich zurückzukehren, sobald die Umstände dies zulassen.
Vergebliche Rettungsversuche und finanzielle Aspekte
Besonders die saudischen Veranstalter hatten alles versucht, um ihren Grand Prix zu retten. Neben der üblichen Ausrichtergebühr von geschätzten 60 Millionen Euro boten sie eigene Flüge, logistische Unterstützung und sogar ein spezielles Raketenabwehrsystem für die Rennstrecke an. Doch diese Bemühungen blieben erfolglos.
Die Erinnerungen an den Angriff von Huthi-Terroristen auf ein saudisches Ölfeld in der Nähe der Rennstrecke im Jahr 2022 sind bei vielen Beteiligten noch präsent und verstärkten die Sicherheitsbedenken.
Keine Ersatzrennen geplant
Die beiden gestrichenen Rennen werden nicht durch andere Veranstaltungen ersetzt. Zwar wurden Alternativstandorte wie Portimao in Portugal oder Imola in Italien geprüft, doch der finanzielle Anreiz war nicht ausreichend. Auch die Idee von zwei Rennen in Japan, wo am 29. März ohnehin ein Grand Prix stattfindet, wurde verworfen – aus Rücksicht auf die bereits stark belasteten Team-Mitarbeiter.
Durch die Absagen ergibt sich für den Formel-1-Zirkus eine ungewöhnlich lange Pause von 33 Tagen zwischen dem Japan-Rennen und dem ersten Training in Miami am 1. Mai. Diese Zeit könnten die Teams für technische Upgrades an ihren Fahrzeugen nutzen oder für Verhandlungen über mögliche Regularien-Änderungen für die Saison 2026.
Die Fahrer müssen sich nun gedulden und auf eine Beruhigung der Lage im Nahen Osten hoffen. Das nächste Rennen findet bereits an diesem Sonntag in Shanghai statt, wo Kimi Antonelli von der Pole-Position starten wird. Auf Nachfrage zu den Absagen zeigte sich der Mercedes-Pilot diplomatisch: „Die Formel 1 wird die Situation bestmöglich handhaben, um die Sicherheit für alle zu gewährleisten.“
FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem betonte abschließend: „Für die FIA stehen die Sicherheit und das Wohlergehen unserer Gemeinschaft immer an erster Stelle.“ Man hoffe auf eine schnelle Rückkehr zur Stabilität in der Region, die eine Wiederaufnahme der Rennen ermöglichen würde.



