Lewis Hamilton feiert erstes Ferrari-Podium in China nach Auszeit mit Mutter
Hamilton: Erstes Ferrari-Podium nach Auszeit mit Mutter

Lewis Hamilton feiert erstes Ferrari-Podium in China nach Auszeit mit Mutter

Die Reise durch China an der Seite seiner Mutter Carmen hat für Lewis Hamilton einen perfekten Abschluss gefunden. Der Rekordweltmeister der Formel 1 verbrachte nach dem Auftaktrennen in Australien intensive Tage mit seiner Mama, um auf dem Weg nach Shanghai unter anderem das Naturschutzgebiet Jiuzhaigou im Südwesten des Landes und ein tibetisches Dorf zu besuchen. „Manches von dem, was ich gesehen habe, war so schön, dass es fast unbeschreiblich ist“, erzählte der siebenfache Weltmeister begeistert.

Muttertag mit besonderem Geschenk

Was sich dann im zweiten Saisonrennen vor den Augen seiner Mutter abspielte, bekommt einen ganz besonderen Platz in der Erinnerungssammlung des Champions. Hamilton feierte so etwas wie eine Wiedergeburt, wenn man im spirituellen Kontext seiner kurzen Auszeit an der Seite seiner leiblichen Mama bleiben möchte. Nach einer enttäuschenden Premierensaison im Ferrari, die ihn physisch und psychisch stark beanspruchte, feierte der Brite beim Großen Preis von China sein 203. Karrierepodest.

„Ich habe diese Reise und diesen Traum begonnen, zu Ferrari zu wechseln und mit ihnen ganz oben auf dem Podium zu stehen. Es hat nun länger gedauert, als ich gehofft hatte“, räumte Hamilton nach seinem dritten Platz am Sonntag ein. „Aber es ist ein ganz besonderer Tag, vor allem, weil heute Muttertag ist. Meine Mama ist hier, und es war eine tolle Woche.“ Der 15. März ist im Vereinigten Königreich tatsächlich Muttertag, und für Mama Carmen war es natürlich etwas ganz Besonderes, ihren Sohn wieder erfolgreich zu sehen.

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Die Rückkehr des alten Lewis

Nach 105 gewonnenen Königsklassenrennen war Hamilton im vergangenen Jahr erstmals ohne Podestplatz in einem Grand-Prix-Jahr geblieben. „Die Ground-Effect-Autos waren einfach nicht seine“, meinte über die alte Wagengeneration sein langjähriger Renningenieur Peter Bonnington, der nun Kimi Antonelli auf dem Weg zur Weltmeisterschaft unterstützt. „Er scheint nun wieder der alte Lewis zu sein.“ Diese Einschätzung teilen viele Beobachter nach dem starken Auftritt in Shanghai.

In seiner ersten Ferrari-Saison hatte Hamilton noch deutlich mit seinem Wagen zu kämpfen. Dann lag er über Funk hörbar nicht auf einer Wellenlänge mit dem mittlerweile abgelösten Renningenieur Riccardo Adami. Schließlich sprach er völlig frustriert einmal sogar von der „schlechtesten Saison“ seiner gesamten Karriere.

Neue Autogeneration begeistert Hamilton

Die neue Autogeneration mit innovativer Aerodynamik und modernem Energiemanagement gefällt Hamilton nach anfänglicher Skepsis jedoch ausgezeichnet. „Das ist das beste Racing, das ich je in der Formel 1 erlebt habe“, schwärmte der Champion sogar. Diese Begeisterung steht im starken Kontrast zu Max Verstappen, der in seinem Red Bull von der neuen Formel 1 komplett genervt ist und sich quasi als Batteriesklave bei „Mario Kart“ fühlt.

Die Notwendigkeit des Be- und Entladens der Batterie, die fast 50 Prozent der Motorleistung liefert, fördert tatsächlich spektakuläre Überholmanöver. Hamilton und sein Teamkollege Charles Leclerc lebten das in Shanghai hinter dem führenden Antonelli auch im direkten Zweikampf lange auf dem Asphalt aus.

Teamchef mit gemischten Gefühlen

„Es fühlte sich wie Go-Kart fahren an, es ging hin und her. Man konnte sein Auto wirklich gut positionieren, sodass manchmal nur ein Stück Papier zwischen uns gepasst hätte“, beschrieb Hamilton das intensive Duell mit seinem Teamkollegen.

„Manchmal hat man schon ein bisschen Angst“, meinte dagegen Ferrari-Teamchef Fred Vasseur mit besorgtem Unterton, „aber ich vertraue darauf, dass sie alles im Griff hatten und nichts passieren kann.“ Als Beobachter durfte man tatsächlich fürchten, dass sich die beiden knallhart fahrenden Piloten gegenseitig von der Strecke nehmen könnten. Diese Dynamik könnte auch im weiteren Saisonverlauf für zusätzliche Brisanz sorgen.

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Realistischer Blick auf die Konkurrenz

Trotz des Erfolgs bleibt Hamilton realistisch: Antonellis Teamkollege George Russell schob sich noch vor beide Ferrari, und im Ziel hatte Hamilton beträchtliche 25,2 Sekunden Rückstand auf die Spitze, Leclerc sogar 28,8 Sekunden. Das sind in der Welt des Motorsports signifikante Unterschiede.

Dennoch: Hamilton fühlt sich nach seinem ersten Ferrari-Podest nun auch einem ersten Grand-Prix-Sieg mit den Italienern deutlich näher als noch im Vorjahr. Und über einen möglichen achten WM-Titel, womit er Michael Schumacher als alleinigen Rekordhalter ablösen würde, kann er wieder sprechen. „Es gibt natürlich Raum für Verbesserungen“, sagte Hamilton mit Blick auf die Zukunft. „Ich habe aber definitiv das Gefühl, wieder in Bestform zu sein, sowohl mental als auch körperlich.“