Nascar verhängt unbestimmte Sperre gegen Daniel Dye nach homophober Äußerung
Ein Livestream führte zu einem handfesten Eklat im US-Motorsport. Der 22-jährige Rennfahrer Daniel Dye verspottete während einer Online-Übertragung den IndyCar-Piloten David Malukas, indem er dessen Stimme in hoher Tonlage nachäffte und sie als schwul bezeichnete. Die Reaktion der Verantwortlichen fiel umgehend und unmissverständlich aus: Nascar suspendierte den jungen Sportler auf unbestimmte Zeit.
Team stellt Dye frei und verordnet Sensibilisierungstraining
Nicht nur die Rennserie, sondern auch sein eigenes Team Kaulig Racing, für das er in der Truck-Serie antritt, stellte Daniel Dye vorläufig frei. Nach den als unangebracht bewerteten Äußerungen muss der 22-Jährige nun ein umfassendes Sensibilisierungstraining absolvieren. Erst nach erfolgreichem Abschluss dieser Maßnahme darf er wieder in den Motorsport zurückkehren. Das Video mit den homophoben Kommentaren verbreitete sich rasch im Internet und wurde unter anderem von der New York Times aufgegriffen.
Dye entschuldigt sich bei Malukas und der LGBTQ+-Community
Der suspendierte Rennfahrer reagierte mit einer öffentlichen Entschuldigung. In einem ausführlichen Statement erklärte er: „Ich habe mich unpassend ausgedrückt und verstehe, warum das bei manchen Menschen Anstoß erregt hat.“ Weiter führte er aus: „Es tut mir leid für alle, die sich dadurch gekränkt gefühlt haben. So möchte ich mich nicht präsentieren. Ich habe einige enge Freunde in der LGBTQ+-Community, von denen ich niemals möchte, dass sie sich wegen meiner Äußerungen minderwertig fühlen. Genau deshalb sollte ich mich an höhere Maßstäbe halten.“
Bereits zweite Suspendierung in der Karriere des 22-Jährigen
Für Daniel Dye handelt es sich nicht um die erste Sperre seiner noch jungen Karriere. Bereits während seiner Zeit in der Tourenwagenrennserie Arca wurde er suspendiert. Hintergrund war ein Vorfall aus seiner Schulzeit in Florida: Als 18-Jähriger war er an einer Highschool festgenommen und wegen schwerer Körperverletzung angeklagt worden. Der Vorwurf lautete, er habe einem Mitschüler in den Unterleib geschlagen. Dye verteidigte sich damals mit der Aussage, es habe sich nur um ein Spiel gehandelt. Die Staatsanwaltschaft sah dies zunächst anders und erhob Anklage. Der Motorsportler durfte erst wieder starten, nachdem die Anklage von einem Verbrechen auf ein Vergehen herabgestuft worden war.
Die aktuelle Suspendierung unterstreicht die Null-Toleranz-Politik von Nascar gegenüber diskriminierenden Äußerungen und zeigt, dass auch junge Talente für ihr Verhalten außerhalb der Rennstrecke zur Verantwortung gezogen werden.



