Thomas Helmer (61) hat nach dem frühen Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft im Sechzehntelfinale gegen Paraguay mit dem DFB abgerechnet. Der Ex-Europameister von 1996 zog ein knallhartes Fazit: „Wir sind nicht mehr Weltspitze. Das müssen wir uns eingestehen“, sagte Helmer bei SPORT1.
Helmer kritisiert fehlende Einstellung
Für Helmer steht fest, dass das Problem nicht in der spielerischen Qualität liegt. „Was mich erschrocken hat, ist nicht, dass wir leistungsmäßig oder in der Breite nicht die besten Spieler haben – sondern mich hat die Einstellung, der Wille, dieses Nicht-Aufgeben, was wir sonst immer hatten, gestört. Dass wir dagegenhalten. Die vermeintlich kleineren und spielerisch schwächeren Mannschaften haben zumindest alles gegeben“, so Helmer.
Hoffnung auf Jürgen Klopp
Thomas Helmer traut dem designierten neuen Bundestrainer Jürgen Klopp (59) zu, die Wende zu schaffen. „Kloppo wird das schaffen. Ich glaube, dass er die Jungs einfangen kann und ihnen die richtige Mentalität und die Einstellung einimpft, die wir zuletzt vermisst haben. Er hat sicherlich trotzdem nicht die Vielzahl und die Riesenauswahl an Spielern, aber ich glaube, dass er aus fast allen Spielern noch viel rausholen kann“, erklärte Helmer.
Junge Talente als Zukunftshoffnung
Helmer setzt auf den Nachwuchs und nannte konkrete Namen: „Tom Bischof ist auch noch einer von den jungen Spielern. Wir haben davon schon eine ganze Menge. Kevin Schade, Yann Aurel Bisseck, wie sie alle heißen.“ Er fordert, dass die DFB-Elf wieder mehr junge Spieler integrieren muss.
Bilanz der letzten Turniere und Forderung nach Mentalitätswandel
Bei den letzten drei Weltmeisterschaften gehörte die deutsche Nationalmannschaft nicht zu den besten 16 Teams der Welt. Helmer kritisiert die mangelnde Wertschätzung des Nationaltrikots: „Bei uns habe ich manchmal das Gefühl, es ist nichts Besonderes mehr, Nationalspieler zu sein. Für mich war es das Größte, zum Länderspiel zu fahren, egal ob gegen Luxemburg oder Brasilien, das war völlig wurscht. Da müssen wir wieder hinkommen, dass auch ein Turnier etwas Besonderes ist.“



