Nach dem peinlichen Vorrundenaus der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2026 gegen Paraguay und dem anschließenden Rücktritt von Bundestrainer Julian Nagelsmann (38) zeigt sich ein bemerkenswertes Bild: Von den 26 Spielern des DFB-Kaders hat sich bislang nur ein einziger öffentlich bei Nagelsmann bedankt. Dies berichtet die Sportredaktion von BILD, SPORT BILD, BILD AM SONNTAG, WELT und WELT AM SONNTAG.
Rüdiger als einziger mit öffentlichem Dank
Antonio Rüdiger (33), der unter Nagelsmann zeitweise seinen Stammplatz als Abwehrchef verloren hatte, bedankte sich auf Instagram mit einer Story: „Danke für dein Vertrauen, deinen Einsatz und deine Expertise, Coach! Wünsche dir nur das Beste für deine weitere Karriere!“ Dazu postete er ein Umarmungsfoto mit dem Ex-Trainer. Bereits unmittelbar nach dem Spiel hatte Rüdiger gegenüber Reportern betont: „Unser Trainer hat uns alles mitgegeben. Wir müssen dankbar sein, dass wir so einen Trainer wie ihn haben. Das liegt an uns Spielern.“ Kein anderer Nationalspieler, auch nicht Kapitän Joshua Kimmich (31) oder Torwart Manuel Neuer (40), erwähnte Nagelsmann in den sozialen Medien.
Schweigen der Stars trotz großer Reichweite
Die deutschen Nationalspieler verfügen über enorme Reichweiten in den sozialen Netzwerken: Manuel Neuer hat 15 Millionen Follower auf Instagram, Joshua Kimmich 8,9 Millionen – mehr als dreimal so viele wie Bundeskanzler Friedrich Merz (70) mit 2,8 Millionen. Viele Spieler posten regelmäßig und nutzen ihre Profile für Sponsoreninhalte, Statements oder private Einblicke. Nach dem Trainerwechsel wäre ein Dankespost üblich gewesen, doch die meisten Spieler beschränkten sich auf allgemeine Entschuldigungen und Dank an die Fans. Stürmer Deniz Undav (29) schrieb lediglich: „Danke für diese Chance“ mit einer Deutschland-Flagge.
Fehlende Worte trotz langer Zusammenarbeit
Nagelsmann hatte die Nationalmannschaft rund drei Jahre lang trainiert und kannte viele Spieler bereits aus seiner Zeit beim FC Bayern München, darunter Neuer, Kimmich, Leroy Sané (30), Jamal Musiala (23) und Leon Goretzka (31). Dennoch fand keiner von ihnen öffentlich lobende Worte. Im deutschen Fußball wird spekuliert, ob die Spieler oder ihre Agenturen befürchten, mit der Kritik an Nagelsmann in Verbindung gebracht zu werden. Möglich ist auch, dass private Nachrichten an den Trainer geschickt wurden, doch öffentliche Statements blieben aus. Kimmich hatte zwar nach dem Paraguay-Spiel gesagt, man solle die Schuld nicht beim Trainer suchen, und ergänzt: „Am Ende haben wir es leider wieder verbockt.“ Ein direkter Dank blieb jedoch aus.
Nagelsmanns Dank an die Mannschaft
Nagelsmann selbst bedankte sich in einer Pressemitteilung des DFB bei seinen Spielern: „Mein oberstes Ziel war immer der Erfolg der Mannschaft. Sie hat nach so einer herben Enttäuschung die Chance auf einen unbelasteten Neuanfang verdient. Ich möchte mich bei meinem Trainerteam, dem Staff und allen Menschen im Verband bedanken, die uns unterstützt haben, vor allem auch bei den Spielern, mit denen ich vertrauensvoll zusammenarbeiten durfte.“ Auf Instagram ist Nagelsmann seit 2023 inaktiv, obwohl ihm 500.000 Menschen folgen.
Die Zurückhaltung der Spieler wirft ein bezeichnendes Licht auf das Verhältnis zwischen Mannschaft und Trainer. Während Rüdiger sich trotz sportlicher Rückschläge öffentlich bedankte, schweigen die anderen Stars – ein deutliches Signal, das in der Fußballwelt für Diskussionen sorgt.



