Nur 66 Zentimeter fehlten zur Bronzemedaille
Im Mixed-Wettbewerb bei den Olympischen Winterspielen in Predazzo verpasste Philipp Raimund (25) eine weitere Medaille für das deutsche Team nur um knappe 66 Zentimeter. Der amtierende Olympiasieger landete auf dem vierten Platz, doch seine Stimmung ließ sich davon nicht trüben.
Nachgeholte Gold-Party im Teamhotel
Nach dem Wettbewerb am Dienstagabend holte Raimund seine versäumte Siegesfeier im deutschen Teamhotel „Villa di Bosco“ in Stava nach. Der Ort liegt etwa 20 Minuten vom Skisprung-Stadion entfernt. Auf Nachfrage erklärte der Athlet: „Bei den anderen wird es vielleicht noch ein bisschen mehr gegen den Frust sein, aber bei mir sind es dann die Nachwehen, die ich definitiv noch wegspülen muss.“
Am Abend seines bisher größten Erfolgs, dem Gewinn der Goldmedaille, hatte noch Feierverbot geherrscht, da bereits weniger als 24 Stunden später die nächste Medaillenchance anstand. Diese wurde zwar verpasst, doch Raimunds Partylaune wurde nur minimal gedämpft. Passenderweise steht am Mittwoch ein freier Tag auf dem Programm.
Erholung statt Tourismus
Zum Olympia-Touristen wird der Überflieger jedoch nicht. „Ich fahre nirgendwohin. Ich werde einfach nur in die Sauna gehen. Mein ganzer Körper tut noch immer weh. Ich bin froh, wenn ich mich noch ein bisschen erholen und die Beine hochlegen kann“, so der 25-Jährige. Raimund hat längst nicht fertig! Ab Donnerstag will er sich auf den Wettkampf von der Großschanze am Sonntag vorbereiten, bei dem er ebenfalls zu den Mitfavoriten zählt.
Goldmedaille immer in Reichweite
Ein kurioser Fakt: Seine Goldmedaille lässt Raimund nie aus den Augen. Nachdem in den ersten Olympiatagen mehrfach Medaillen durch ruckartige Bewegungen vom Band gelöst wurden und kaputtgingen, ging der Skispringer direkt nach seinem Triumph auf Nummer sicher. „Ich habe sie die ganze Zeit in der Hand gehalten, weil ich keinen Zug draufbringen wollte.“ Aktuell liegt der kostbare Goldschatz in einem Kästchen direkt neben ihm auf dem Nachttisch.
Raimund ist zuversichtlich für die kommenden Wettkämpfe: „Der Olympiasieg ist nicht mehr zu toppen, aber ich bin guter Dinge, dass ich vorn mitspringen kann – auch wegen des freien Tages.“ Die knappe Verfehlung der Bronzemedaille um 66 Zentimeter bleibt somit nur eine Fußnote in einer erfolgreichen Olympiateilnahme.



