Hase/Volodin nach Olympia-Bronze stolz - Zukunft des Eiskunstlauf-Duos ungewiss
Hase/Volodin nach Olympia-Bronze stolz - Zukunft unklar

Deutsches Eiskunstlauf-Duo Hase/Volodin genießt Olympia-Bronze - Zukunft unklar

Nach dem Gewinn der Bronzemedaille bei den Olympischen Winterspielen in Mailand blicken Minerva Hase und Nikita Volodin mit Stolz auf ihren Erfolg zurück. Das deutsche Paarlauf-Duo hat mit dem dritten Platz die Medaillen-Mission erfüllt, doch die Frage nach der gemeinsamen Zukunft bleibt zunächst unbeantwortet.

Emotionaler Moment des Triumphs

Minerva Hase zeigte sich nach dem Wettbewerb erleichtert und stolz: „Wir sind einfach sehr erleichtert, dass es jetzt gereicht hat für eine Bronzemedaille. Es ist egal, welche Farbe die hat. Wir sind einfach sehr stolz, dass wir eine Medaille mit nach Hause nehmen dürfen bei unseren ersten gemeinsamen Olympischen Spielen.“

Im Trubel der Aufregung vergaßen beide sogar ihre Maskottchen, die sie bei der Siegerehrung erhalten hatten. Hase erklärte: „Wir waren auf dem Podium, haben dann noch Fotos gemacht. Ich habe die Maskottchen an die Bande gelegt und dann war irgendwie alles so hektisch. Jetzt sind unsere Maskottchen weg. Ehrlich gesagt war das mit das Schönste an der Medaille, dass ich wusste, ich habe die besonderen Maskottchen bekommen.“

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Von Enttäuschung zu Stolz

Nach einem nahezu perfekten Kurzprogramm mit persönlicher Bestleistung und dem ersten Platz rutschten Hase/Volodin in der Kür nach Fehlern beim dreifachen Salchow und in der Kombination auf den dritten Platz ab. Die Konkurrenz aus Japan und Georgien sicherte sich Gold und Silber.

Hase räumte ein: „Ich habe im Endeffekt die Fehler gemacht.“ Doch die anfängliche Enttäuschung wich schnell dem Stolz auf die Bronzemedaille. „Ich würde auf jeden Fall sagen: Wir haben Bronze gewonnen und nicht Gold verloren“, betonte Hase am Tag nach dem nervenaufreibenden Kürfinale.

Zukunft nach Bauchgefühl

Hinter dem Erfolg von Hase/Volodin stecken mehr als drei Jahre harte Arbeit, die vollständig auf den Olympia-Wettbewerb ausgerichtet war. Ob das Duo nach der Weltmeisterschaft im März in Prag weiter zusammen antreten wird, ließ Hase bewusst offen.

„Wir entscheiden da ganz nach Bauchgefühl“, sagte sie in einem Interview und vermied damit eine feste Zusage. Diese Ungewissheit lässt Raum für Spekulationen über die Zukunft des erfolgreichen Paares.

Bedeutung für den deutschen Eiskunstlauf

Eine mögliche Trennung des Duos wäre für den deutschen Eiskunstlauf ein herber Schlag. Mit Ausnahme von Annika Hocke und Robert Kunkel, die im Paarlauf-Wettbewerb einen zehnten Platz belegten, blieb die Deutsche Eislauf-Union in Mailand ohne weitere Finaleinzüge.

Die Bronzemedaille von Hase/Volodin ist das erste deutsche Eiskunstlauf-Edelmetall seit dem Olympiasieg von Aljona Savchenko und Bruno Massot vor acht Jahren in Pyeongchang. Hase hofft auf positive Impulse: „Das bedeutet vielleicht, dass es in den nächsten Jahren viel mehr Kinder geben wird, mehr Förderung für den Eiskunstlauf und hoffentlich auch mehr Geld, damit kleine Mädchen und Jungen so ihren Weg machen können wie wir.“

Persönliche Perspektiven

Für Nikita Volodin, der im vergangenen Jahr den deutschen Pass erhielt und damit erst für Deutschland antreten durfte, ist die Bronzemedaille ein besonderer Erfolg: „Es ist unglaublich. Seit drei Jahren laufen wir zusammen und stehen jetzt mit der Bronzemedaille auf dem olympischen Podium.“

Beide Athleten planen zunächst, die Saison zu beenden und den Sommer zu genießen. Hase kündigte einen Bundeswehr-Lehrgang an. Ob sie 2030 bei den Olympischen Spielen in Frankreich erneut antreten werden, bleibt ungewiss. Mit jeweils 30 Jahren wäre ein Edelmetall dann durchaus noch möglich - Savchenko war bei ihrem Olympiasieg 34 Jahre alt.

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