Olympiasieger Kukuk: Frust über Nichtnominierung für Heim-WM in Aachen
Kukuk: Frust über WM-Nominierungs-Aus

Sein Leben hat sich seit dem Olympiasieg in Paris enorm verändert: Christian Kukuk ist Vater einer Tochter, selbstständig und reitet ein Pferd, das Thomas Müller gehört. Doch die Freude über diese Erfolge wird von einem herben Rückschlag überschattet. Der 36-Jährige wurde überraschend nicht für die deutsche Mannschaft bei der Heim-Weltmeisterschaft in Aachen nominiert. Seine Enttäuschung ist groß, der Frust sitzt tief.

Vertrauensbruch und Unverständnis

„Meine Meinung dazu ist nicht anders als vor ein paar Wochen“, sagte Kukuk und bezog sich auf die Entscheidung von Bundestrainer Otto Becker, die er Anfang Juli erfahren hatte. „Ich bin sehr enttäuscht über die Art und Weise, wie das gelaufen ist. Das wird sich auch nicht ändern in der nächsten Zeit.“ Der Reiter, der viele Jahre für Olympiasieger Ludger Beerbaum gearbeitet hat, spricht von einem „Vertrauensbruch“. „Ich kann das überhaupt nicht nachvollziehen“, fügte er hinzu. Becker selbst kommentierte kurz: „Das war eine schwere und harte Entscheidung.“

Ersatzreiter mit Hoffnung

Eine überraschende Wendung: Durch den freiwilligen Verzicht von André Thieme rückte Kukuk im WM-Ranking auf und ist nun als Ersatzreiter in Aachen dabei. Sollte aus dem nominierten Quartett ein Reiter ausfallen, stünde er sofort im Team. „Ich hoffe, es passiert nichts mehr“, sagte der Olympiasieger, der sich bis zum Tag vor der ersten Prüfung mit seinem Wallach Checker bereithält.

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Dass er Checker überhaupt reiten darf, verdankt Kukuk einem speziellen Deal: Das Goldpferd von Paris gehört dem Fußball-Star Thomas Müller und der Beerbaum-Mäzenin Madeleine Winter-Schulze. Im Gegenzug startet Kukuk für Beerbaums Team Riesenbeck International in der Global Champions Tour. „Ich glaube, in diesem Jahr haben wir einen ganz guten Deal zusammen gefunden, dass ich Checker weiter reiten konnte, was ja auch nicht selbstverständlich ist“, sagte Kukuk. „Das ist am Ende für alle Seiten eine absolute Win-win-Konstellation geworden – für Ludger, Madeleine und Thomas auf der einen Seite und auf der anderen für mich.“ Er betonte: „Das war am Ende tatsächlich auch eine Art Goodwill von Ludger. Er hätte ja auch genauso gut sagen können, das Pferd bleibt bei mir im Stall und jetzt reitet Philipp Weishaupt das Pferd.“

Selbstständigkeit als neue Herausforderung

Der ungewöhnliche Checker-Deal wurde nötig, weil Kukuk zum Jahreswechsel die Beerbaum Stables verließ und sich selbstständig machte. „Die größte Veränderung ist, dass ich die Rechnungen jetzt selber bezahlen muss, dass das nicht mehr übernommen wird“, sagte er mit einem Grinsen. Im Tagesgeschäft habe sich nicht so viel geändert, aber es sei eine „riesengroße Verantwortung“, vor allem mit drei Mitarbeitern. „Aber ich bin total glücklich mit der Entscheidung und auch sehr zufrieden, wie das erste halbe Jahr gelaufen ist.“

Familie und viele USA-Aufenthalte

Seit März 2025 ist Kukuk Vater einer Tochter namens Lilah. Mit seiner aus den USA stammenden Frau Veronica Tracy lebt er in Münster. Dennoch verbringt er die meiste Zeit in Nordamerika, wo er seinem zweiten Job nachgeht: dem Pferdehandel. „Das wird eher mehr als weniger“, sagte er zu den USA-Aufenthalten. „Man muss ja auch immer die Möglichkeiten in seinem Leben packen, und in Amerika boomt der Sport extrem. Es gibt sehr viele Turniere mit unglaublichen Bedingungen und tollem Preisgeld.“ Kurz nach der WM, unabhängig von einem möglichen Start im deutschen Team, will Kukuk mit seiner Familie wieder in die USA fliegen.

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