Entscheidung des IOC schockiert die Kombinierer
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat am Dienstag beschlossen, die Nordische Kombination nach mehr als 100 Jahren aus dem Programm der Winterspiele zu nehmen. Ab 2030 wird die Sportart, die aus Skispringen und Langlauf besteht, nicht mehr olympisch sein. Diese Nachricht hat bei deutschen Athleten und Funktionären tiefe Bestürzung ausgelöst.
„Mir fällt es enorm schwer, Worte zu finden“, sagte der dreimalige Olympiasieger und Bundestrainer Eric Frenzel. „Für uns ist die Entscheidung niederschmetternd und sehr enttäuschend“, ergänzte Horst Hüttel, Sportdirektor im Deutschen Skiverband (DSV).
Betroffene schildern ihre Gefühle
Johannes Rydzek, zweifacher Olympiasieger und Athletensprecher im Ski- und Snowboard-Weltverband Fis, beschrieb die Stimmung im ZDF-„Morgenmagazin“: „Uns hat es den Boden unter den Füßen weggezogen. Die Entscheidung hat so weitreichende Folgen für unsere Sportart, das können wir noch nicht abschätzen.“ Rydzek hatte kürzlich seine aktive Karriere beendet.
Die Nordische Kombination ist stark von Fördergeldern und Sponsoren abhängig. Ohne die große Olympia-Bühne ist ungewiss, wie die Finanzierung künftig gesichert werden kann. Rydzek berichtete von einer Zusage des DSV, dass bis zur nächsten Weltmeisterschaft 2027 in Falun alles wie bisher weitergehe. „Aber wie lange, das weiß man nicht“, sagte er. Besonders sorgt er sich um den Nachwuchs: „Auch wenn ich den Sport liebe, habe ich überhaupt eine Perspektive, ihn professionell ausüben zu können?“
IOC-Begründung und Hoffnung auf Comeback
Das IOC begründete seinen Schritt mit mangelnder Popularität beim Publikum und einer zu geringen Verbreitung der Sportart. Optimisten hatten noch gehofft, dass die Nordische Kombination 2030 in den französischen Alpen olympisch bleibt und erstmals Frauen um Medaillen kämpfen. Diese Hoffnung ist nun zunichte.
Bundestrainer Frenzel kann ein Comeback 2034 kaum glauben. Er wünscht sich Transparenz: „Ich hoffe, dass man hier beim IOC die Größe hat“ und die Studien und Zahlen hinter der Entscheidung veröffentlicht. „Das haben wir als traditionsreiche Sportart verdient.“
IOC-Präsidentin Kirsty Coventry zeigte Verständnis für den Frust und betonte, dass eine Rückkehr bei Olympia 2034 möglich sei. DSV-Funktionär Hüttel kündigte an: „Wir werden nach vorn blicken und hoffen, diese Chance für 2034, die dann im nächsten Jahr aller Voraussicht nach wieder auf die Agenda des IOC kommt, mit neuer Kraft und einem neuen Fis-Präsidenten Alexander Ospelt anzugehen.“



