Olympia-Skandal: Israels Viererbob wegen Betrugsversuchs disqualifiziert
Ein peinlicher Eklat überschattet die letzten Stunden der Olympischen Winterspiele 2026. Das israelische Viererbob-Team wurde vom eigenen Olympischen Komitee disqualifiziert, nachdem die Athleten versuchten, einen Ersatzfahrer unter Vortäuschung einer Erkrankung in den Wettbewerb zu mogeln. Der Vorfall ereignete sich kurz vor dem geplanten Start zum dritten Lauf am Sonntagmorgen.
Betrugsversuch fliegt auf
Am Samstag war das Team noch in der Besetzung Adam Edelman, Menachem Chen, Uri Zisman und Omer Katz angetreten. Für den entscheidenden dritten Lauf sollte Uri Zisman durch den Ersatzmann Ward Fawarseh ersetzt werden. Dieser Wechsel hätte olympische Geschichte geschrieben, denn Fawarseh wäre der erste drusische Athlet in der israelischen Olympia-Historie gewesen.
Doch für diesen Einsatz griffen die Teamkollegen zu einem verbotenen Trick. Laut den strengen Regeln des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) darf ein Ersatzmann nur nachrücken, wenn ein Stammfahrer verletzt oder erkrankt ist. Um diese Voraussetzung zu erfüllen, täuschten die Athleten eine Erkrankung vor.
Vortäuschung einer Erkrankung
Das israelische Olympische Komitee (OIC) gab in einer Stellungnahme gegenüber Times of Israel bekannt: „Das Bobteam bat darum, Ward, den Ersatzmann, in den Wettbewerb aufzunehmen. Gemäß den Regeln ist dies nur zulässig, wenn einer der Athleten verletzt oder krank ist. Um dies zu ermöglichen, erklärte eines der Teammitglieder – ermutigt durch seine Teamkollegen – dass es sich unwohl fühle.“
Der betroffene Athlet unterzog sich sogar einer medizinischen Untersuchung und unterzeichnete eine eidesstattliche Erklärung, um den Austausch formal zu legitimieren. Doch kurz darauf gestand Uri Zisman gegenüber dem Leiter der israelischen Delegation das Fehlverhalten.
Konsequenzen und Reaktionen
Das OIC zog daraufhin umgehend den Antrag auf Spielertausch zurück und disqualifizierte das Team. In der offiziellen Mitteilung hieß es, das Verhalten der Athleten sei „unangemessen“ und verstoße klar gegen die „Regeln des fairen und sportlichen Verhaltens“. Eine öffentliche Stellungnahme des israelischen Bob- und Skeletonverbands steht bislang noch aus.
Der Vorfall wirft ein schlechtes Licht auf das israelische Team und untergräbt die olympischen Werte von Fairness und Integrität. Besonders bitter: Der historische Moment für Ward Fawarseh als ersten drusischen Olympioniken Israels wurde durch den eigenen Betrugsversuch zunichtegemacht.



