Goldmedaille in der Hand, Desinfektionsmittel parat: Raimunds ungewöhnlicher Triumph
Die Goldmedaille baumelte frisch um seinen Hals, das verschmitzte Lächeln wollte nicht aus seinem Gesicht weichen, doch Skispringer Philipp Raimund dachte in seinem größten Moment bereits an die Gesundheit. Mitten auf dem Podium der Pressekonferenz, nachdem er auf der Normalschanze von Val di Fiemme sensationell Olympiagold gewonnen hatte, griff der 25-Jährige aus Oberstdorf zu einer Flasche mit Desinfektionsmittel.
Vorbildliche Hygienemaßnahme mitten im Triumph
Noch bevor die Fragen der Journalisten begannen, ließ sich Raimund das Gefäß reichen, benetzte gewissenhaft seine Hände und bot die Flüssigkeit sogar dem neben ihm sitzenden Bronzemedaillengewinner Ren Nikaido aus Japan an. Diese Geste zeigte nicht nur die Besonnenheit des überraschenden Olympiasiegers, sondern spiegelt die generelle Haltung der deutschen Sportler-Riege wider: Gesund durch die Wettkämpfe kommen hat oberste Priorität.
„Man sieht, dass es jedes Team macht, das viel erreichen will“, erklärte dazu David Zobel, der auf die zahlreichen Norovirus-Infektionen im finnischen Fraueneishockeyteam in Mailand verwies, die sogar zu Spielverschiebungen führten. „Dann werden die ganzen Maskenkritiker relativ schnell leise“, fügte Zobel sachlich hinzu.
Keine Zeit für ausgiebige Feiern
Für Raimund blieb ohnehin kaum Zeit zum ausgelassenen Jubeln. Bereits 24 Stunden nach seinem Gold-Coup stand das Mixed-Springen zusammen mit Felix Hoffmann, Selina Freitag und Allgäuerin Agnes Reisch auf dem Programm (18.45 Uhr ZDF und Eurosport). Die Vorsichtsmaßnahme war daher nicht nur verständlich, sondern geradezu notwendig.
Dennoch ließ sich der Oberstdorfer den historischen Moment nicht nehmen. „Ich bin Olympiasieger, das ist einfach wunderschön“, strahlte er und gestand, dass er es selbst noch nicht richtig glauben könne. Sein erster Sieg im Weltcup war gleich der größtmögliche Triumph überhaupt.
Ein langes Ja des Triumphes
Was in einem Athleten vorgeht, der unerwartet Olympiagold gewinnt, ist für Außenstehende kaum vorstellbar. Raimund gewährte jedoch einen intimen Einblick in seine Gedankenwelt im Moment des Sieges: „Da war vor allem ein sehr, sehr lang gezogenes: Jaaaaaaaaaaaaaaaaa!“
Die deutsche Mannschaft zeigt mit solchen Maßnahmen, dass sportlicher Erfolg und Gesundheitsvorsorge Hand in Hand gehen können. Während die Biathleten selbst bei ihrer Medaillenparty Gesichtsmasken trugen, demonstrierte Raimund mit seiner Desinfektionsflasche auf dem Podium, dass Verantwortung auch im größten Triumph nicht vergessen wird.



