Olympia-Panne: Russin nach falschem Skiwechsel disqualifiziert - Deutsche Starterin betroffen
Russin nach Skiwechsel-Panne disqualifiziert - Deutsche betroffen

Olympia-Eklat im Langlauf: Falscher Skiwechsel führt zur Disqualifikation

Bei den Olympischen Winterspielen in Tesero hat ein ungewöhnlicher Zwischenfall im Langlaufrennen über 50 Kilometer für Aufregung gesorgt. Die unter neutraler Flagge startende Russin Darija Neprjajeva wurde nachträglich disqualifiziert, nachdem sie während des Wettkampfs versehentlich die Skier der einzigen deutschen Starterin Katharina Hennig Dotzler genommen hatte.

Technische Panne mit weitreichenden Folgen

Laut der offiziellen Ergebnisliste der Olympischen Winterspiele war die 23-jährige Neprjajeva etwa eine halbe Stunde nach dem Rennen nicht mehr in der Platzierung aufgeführt. Stattdessen standen hinter ihrem Namen die Buchstaben „DSQ“ für disqualifiziert. Der ungewöhnliche Fauxpas ereignete sich während des obligatorischen Skiwechsels, den die Athletinnen im Rennen über die lange Distanz durchführen müssen.

„Sowas habe ich auch noch nicht erlebt“, kommentierte der deutsche Teamchef Peter Schlickenrieder den Vorfall im ZDF. „Wenn die Skier von der Konkurrentin genommen werden, ist das ein mittleres Desaster.“ Neprjajeva hatte die falsche Wechselbox angesteuert und dadurch zum falschen Material gegriffen.

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Deutsches Team reagiert unter Zeitdruck

Die deutschen Skitechniker standen vor einer besonderen Herausforderung: Sie mussten unter großem Zeitdruck Ersatzski für Hennig Dotzler präparieren. Rund 20 Kilometer vor dem Ende des Rennens konnte die deutsche Athletin dann schließlich ihre Skier wechseln. „Katha hat nichts mitbekommen. Das war just in time“, erklärte Schlickenrieder erleichtert.

Cheftechniker Lukas Ernst schilderte die angespannte Situation aus seiner Perspektive: „Das Problem war, dass es der letzte Wettkampftag ist. Irgendwann ist einfach Schluss, und das war in diesem Fall fünf Minuten vor dem Start.“ Das Technikerteam befand sich bereits in der Mittagspause, der Wachstruck war heruntergefahren. „Wir mussten also alles wieder hochfahren, einen halben Truck neu aufbauen“, so Ernst weiter.

Schlickenrieder fordert Konsequenzen

Der 56-jährige deutsche Teamchef hatte sofort eine Disqualifikation gefordert. „Das geht nicht. Das wäre ja dann die nächste Taktik: Dass ich mir ausgucke, wer hat denn in der ersten Runde den besten Ski und nehme mir dann den Ski von der Konkurrentin“, argumentierte Schlickenrieder. Er zog einen deutlichen Vergleich: „Das ist, wie wenn man bei der Formel 1 in die falsche Boxengasse fährt, wenn der Ferrari beim McLaren reinfährt.“

Die technische Herausforderung beschrieb Ernst mit eindrücklichen Worten: „Jedes Bügeleisen, jede Wanne, jede Rotorbürste war bereits eingepackt. Da braucht man erst einmal Rüstzeit, bevor man überhaupt wieder anfangen kann, einen Ski zu wachsen. Das war schon eine echte Herausforderung.“

Der Vorfall zeigt, wie fein abgestimmt die Abläufe bei olympischen Wettkämpfen sind und welche Konsequenzen bereits kleine Unachtsamkeiten haben können. Die Disqualifikation von Darija Neprjajeva markiert einen der ungewöhnlichsten Zwischenfälle dieser Winterspiele.

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