DOSB-Präsident zieht positives Fazit nach Olympischen Winterspielen
Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, Thomas Weikert, hat nach den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo eine durchweg positive Bewertung abgegeben. In einem Interview mit dem ZDF bezeichnete der 64-jährige Funktionär die deutsche Ausbeute als "sehr gute Bilanz", obwohl die Goldmedaillenanzahl im Vergleich zu den vorherigen Spielen in China zurückgegangen ist.
Medaillenspiegel und sportliche Leistungen
Mit insgesamt 26 Medaillen platzierte sich das deutsche Team auf dem fünften Rang im Medaillenspiegel der Winterspiele in Norditalien. Die acht Goldmedaillen stellen dabei einen Negativrekord dar, nachdem in Peking noch zwölf Olympiasiege und 27 Medaillen errungen worden waren. Besonders erwähnenswert sind die beiden Goldmedaillen, die am Schlusswochenende im Bobsport durch Johannes Lochner und Laura Nolte gewonnen wurden und die Gesamtbilanz deutlich aufbesserten.
Weikert zeigte sich auch mit den 14 vierten Plätzen zufrieden, die sich nach seiner Ansicht "durchaus sehen lassen können". Dennoch betonte der DOSB-Präsident, dass es immer Raum für Verbesserungen gibt: "Klar ist immer Luft nach oben. Insbesondere in den Fachbereichen müssen wir das analysieren."
Handlungsbedarf in der Sportpolitik
Thomas Weikert sieht trotz der positiven Gesamtbewertung deutlichen Handlungsbedarf in verschiedenen Bereichen des deutschen Sportsystems. Seit langem fordert der DOSB-Präsident mehr Sportstunden in den Schulen: "Wir brauchen dringend vier Stunden Sportunterricht pro Woche, um die Basis für zukünftige Erfolge zu legen."
Darüber hinaus kritisierte Weikert die aktuelle Situation bei den Trainern scharf. Die zu geringe Bezahlung und die weit verbreiteten Zeitverträge bezeichnete er als "nicht in Ordnung". Der Funktionär richtete einen deutlichen Appell an die Politik: "Das ist auch der Ruf an die Politik, das zu ändern, damit wir besser planen können und in zwei Jahren bei den Spielen in den USA besser abliefern können."
Ausblick auf zukünftige Herausforderungen
Die Analyse der Fachbereiche und die strukturellen Verbesserungen stehen nun im Mittelpunkt der Vorbereitungen für die kommenden Olympischen Spiele. Weikert betonte, dass trotz der insgesamt zufriedenstellenden Leistungen in Norditalien kontinuierlich an der Weiterentwicklung des deutschen Sportsystems gearbeitet werden muss. Die Kombination aus schulischer Sportförderung und verbesserten Arbeitsbedingungen für Trainer soll die Grundlage für zukünftige internationale Erfolge bilden.



