Jan Ullrich spricht offen über Depressionen nach Doping-Skandal und feiert Comeback
Jan Ullrich: Offen über Depressionen und Comeback

Jan Ullrich spricht offen über Depressionen nach Doping-Skandal und feiert Comeback

Jan Ullrich gilt als eine echte Legende des deutschen Radsports. Im Jahr 1997 gelang ihm der historische Sieg bei der Tour de France, was bis heute keinem anderen deutschen Radprofi nach ihm erreicht hat. Doch neben den strahlenden Erfolgen prägten auch zahlreiche Tiefpunkte und Negativschlagzeilen die Karriere des Sportlers. Jetzt öffnet sich Jan Ullrich in einem bewegenden Interview über seine persönlichen Kämpfe und sein aktuelles Comeback nach einer besonders schweren Lebensphase.

Der absolute Absturz und der Weg zurück

Seit Mai 2025 moderiert Jan Ullrich gemeinsam mit seinem ehemaligen Radsportkollegen Rick Zabel den erfolgreichen Podcast "Ulle & Rick". In dieser Sendung teilen die beiden Ex-Profis unterhaltsame Anekdoten aus ihrer aktiven Zeit und kommentieren das aktuelle Radsportgeschehen. Für Jan Ullrich war diese Rückkehr in die Öffentlichkeit keineswegs selbstverständlich, nachdem er in der Vergangenheit mit Alkohol- und Drogenproblemen sowie einem medienwirksamen Doping-Skandal konfrontiert war.

"Auf alle Fälle ist es eine Art Comeback", erklärt Jan Ullrich in der beliebten Talk-Sendung "Riverboat". Der 52-Jährige erinnert sich dabei an besonders dunkle Momente: "Mittlerweile ist es ja jetzt schon sieben Jahre her, also mein absoluter Absturz", berichtet er offen. "Ich habe mich wieder hochgekämpft, ich fühle mich wieder wohl, ich habe rausgelassen, was mich so viele Jahre belastet hat."

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Heilsame Projekte und neue Leichtigkeit

Die Möglichkeit, seine Erfahrungen in einer Dokumentation, einem Buch und nun auch im Podcast zu teilen, hat sich für Jan Ullrich als äußerst heilsam erwiesen. "Damit kam auch so ein bisschen die Leichtigkeit in mein Leben zurück", gesteht der vierfache Vater. Die vielen neuen Projekte hätten ihm zwei besonders wertvolle Dinge zurückgegeben: einen klaren Sinn im Leben und vor allem seine verloren geglaubte Identität.

"Die hatte ich vorher verloren und dadurch wurde ich auch depressiv und alles", schildert Ullrich seine damalige Situation. "Aber ich glaube, das habe ich sehr, sehr gut mittlerweile hinter mir gelassen." Daher möchte sich der gebürtige Rostocker über frühere Fehler nicht mehr den Kopf zerbrechen: "Ich bin eigentlich ein Typ, der nicht so in der Vergangenheit lebt. Also ich lebe eigentlich im Hier und Heute und versuche immer, so ein bisschen vorzudenken."

Neue Hoffnung durch Sinnstiftung

Die Rückkehr in die Radsportwelt durch den Podcast und andere Medienprojekte hat Jan Ullrich nicht nur beruflich, sondern auch persönlich neuen Halt gegeben. Die offene Auseinandersetzung mit seiner Vergangenheit und den psychischen Herausforderungen ermöglicht ihm heute ein deutlich ausgeglicheneres Leben. Sein Comeback steht somit nicht nur für eine berufliche Wiederkehr, sondern vor allem für einen gelungenen persönlichen Neuanfang nach Jahren der Krise.

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