Trotz Sturz zum Triumph: Pogacar erobert erstmals Mailand-Sanremo
Der Radsport-Superstar Tadej Pogacar hat bei der 117. Auflage von Mailand-Sanremo einen beeindruckenden Sieg eingefahren, obwohl er in der heißen Phase des Rennens zu Boden ging. Der Weltmeister und viermalige Tour-de-France-Sieger ließ sich von diesem Rückschlag nicht aufhalten und setzte sich nach 298 anstrengenden Kilometern im Sprint auf der Via Roma knapp vor dem britischen Mountainbike-Olympiasieger Thomas Pidcock durch.
Dramatisches Finale mit unerwartetem Sturz
Etwa 32 Kilometer vor dem Ziel kam der 27-jährige Slowene von UAE Emirates-XRG bei einem unglücklichen Manöver zu Fall. Dies hätte das Ende seiner Ambitionen bedeuten können, doch Pogacar kämpfte sich zurück ins Feld. Am berüchtigten Poggio-Anstieg, kurz vor dem Ziel, startete er eine spektakuläre Attacke, konnte seinen letzten verbliebenen Rivalen Pidcock jedoch nicht abschütteln. Im anschließenden Finale auf ebener Strecke zeigte sich Pogacar dann als der Schnellere und sicherte sich seinen ersten Triumph bei diesem legendären Klassiker.
Podiumsplätze und deutsche Beteiligung
Hinter dem siegreichen Pogacar und dem zweitplatzierten Thomas Pidcock (Pinarello-Q36.5 Pro Cycling) komplettierte der Belgier Wout van Aert (Visma-Lease a Bike) das Podium als Dritter. Der Vorjahressieger Mathieu van der Poel (Alpecin-Premier Tech) musste sich mit dem achten Platz begnügen. Für deutsche Profis blieb die Entscheidung in diesem Jahr ohne Bedeutung, obwohl sie in der langen Geschichte der Primavera oft eine zentrale Rolle gespielt haben.
Historischer Kontext und deutsche Erfolge
In der über ein Jahrhundert währenden Geschichte von Mailand-Sanremo haben deutsche Fahrer immer wieder glänzen können. Erik Zabel gelangen zwischen 1997 und 2001 gleich vier Siege, wobei er 1998 sogar zweimal triumphierte. Nur die Legenden Eddy Merckx mit sieben und Constante Girardengo mit sechs Erfolgen waren noch erfolgreicher. Weitere deutsche Sieger waren Rudi Altig (1968), Gerald Ciolek (2013) und John Degenkolb (2015).
Pogacars Monumente-Bilanz und nächste Ziele
Für Tadej Pogacar bedeutet dieser Sieg den elften Triumph bei einem der fünf Radsport-Monumente. Zu seiner bereits beeindruckenden Sammlung zählen bereits zwei Siege bei der Flandern-Rundfahrt, drei Erfolge bei Lüttich-Bastogne-Lüttich und fünf Triumphe bei der Lombardei-Rundfahrt. Nur ein Monument fehlt dem Ausnahmetalents noch in seiner Vita: der Sieg beim berüchtigten Kopfsteinpflaster-Klassiker Paris-Roubaix. Diese Lücke will der ambitionierte Slowene bereits am 12. April schließen und damit seine Dominanz im Radsport weiter ausbauen.
Der Sieg bei Mailand-Sanremo unterstreicht einmal mehr Pogacars außergewöhnliche mentale Stärke und physische Überlegenheit. Selbst ein Sturz in der entscheidenden Phase konnte ihn nicht von seinem Ziel abbringen. Die Radsportwelt darf gespannt sein, ob er seinen nächsten großen Traum bei Paris-Roubaix verwirklichen kann.



