Pogacars historischer Triumph bei Strade Bianche: Langeweile oder Beginn einer neuen Ära?
Pogacar gewinnt Strade Bianche: Hoffnung durch Seixas

Pogacars historischer Triumph bei Strade Bianche: Langeweile oder Beginn einer neuen Ära?

Es sind Worte, die die nahezu chancenlose Konkurrenz von Tadej Pogacar eigentlich gar nicht hören möchte. „Tadej ist stärker als je zuvor, er wird immer besser. Er überrascht uns immer wieder“, sagte Mauro Gianetti nach dem historischen vierten Triumph Pogačars beim Schotter-Spektakel Strade Bianche in der Toskana.

Eine Demonstration der Überlegenheit

Zugegebenermaßen ist Gianetti nicht unbedingt neutral, schließlich ist er der Teamchef des überragenden Slowenen. Doch was Pogacar auf den staubigen Pisten der Toskana veranstaltete, kann bei der lediglich um Platz zwei fahrenden Konkurrenz nur für Ernüchterung und bei Fans für Langeweile sorgen. Allein Frankreichs Wunderknabe Paul Seixas konnte Pogacar bei dessen Attacke rund 80 Kilometer vor dem Ziel kurz folgen, doch dann musste auch der 19-Jährige erst einmal Luft holen und sich zurückfallen lassen.

Es war letztlich ein Saison-Einstieg von Pogacar, der ein Duplikat der vergangenen beiden Jahre vermuten lässt. Auch da hatte der 27-Jährige auf der Piazza del Campo von Siena überlegene Siege geholt. „Mir gibt der Sieg Bestätigung und Motivation für den Rest der Saison“, sagte Pogacar, der nun als einziger Profi vier Strade-Erfolge aufweisen kann.

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Fokus auf die kommenden Herausforderungen

Dieser Rest der Saison ist es, der für den Weltmeister eigentlich zählt. Schon in zwei Wochen will er endlich eine Lücke in seinem Lebenslauf füllen. Dann steht er bei der 117. Ausgabe von Mailand-Sanremo am Start - einen Sieg bei La Primavera jagt Pogačar so vergeblich wie Kapitän Ahab den weißen Wal Moby Dick. Trotz mehrerer taktischer Varianten war immer mindestens ein anderer Profi auf der Via Roma von Sanremo schneller.

Drei Wochen später soll dann im zweiten Versuch das nächste Radsport-Monument gewonnen werden. Pogacar startet erneut bei Paris-Roubaix. Im Vorjahr kostete ihn ein Fahrfehler im Duell mit Mathieu van der Poel einen möglichen Sieg in der Hölle des Nordens. Der Niederländer wird sowohl in Sanremo als auch in Roubaix der wohl größte Konkurrent Pogacars sein.

Die Entdeckung des Rennens: Paul Seixas

Bei der Strade Bianche bekam Pogacar trotz seiner Überlegenheit einen kleinen Blick in die Zukunft präsentiert. Denn Seixas wurde nicht nur Zweiter, der Teenager präsentierte sich in herausragender Form - und heimste ein Lob des großen Meisters ein. „Ich war von Paul beeindruckt“, sagte Pogacar. „Er hat gezeigt, dass er unter Druck fahren kann und ein Resultat erzielen kann. Er ist eine große Maschine.“

Auch Gianetti stimmte in das Loblied ein. „Paul Seixas war unglaublich und vielleicht die Entdeckung der diesjährigen Strade Bianche. Er ist erst 19 und man kann sich vorstellen, was er in der Zukunft leisten wird“, sagte der 61-Jährige.

Hoffnung für den Radsport

Pogacar selbst dürfte die neue Konkurrenz ganz lieb sein. Trotz seiner Überlegenheit liebt der Slowene das direkte Duell mit der Konkurrenz, zieht daraus viel Motivation. Und auch dem Radsport dürfte es guttun, auf absehbare Zeit keine One-Man-Show mehr zu haben. Die Dominanz Pogacars bei der Strade Bianche mag zwar für manche Zuschauer eintönig wirken, doch das Aufkommen junger Talente wie Seixas verspricht spannendere Duelle in der Zukunft.

Die Frage bleibt: Wird Pogacar seine Überlegenheit in den kommenden Monumenten fortsetzen können, oder werden Konkurrenten wie van der Poel und aufstrebende Talente wie Seixas für mehr Spannung sorgen? Die Radsportwelt blickt gespannt auf die nächsten Wochen.

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