Pogacar triumphiert bei Mailand-Sanremo trotz dramatischem Sturz - „Dachte, alles ist vorbei“
Pogacar siegt bei Mailand-Sanremo trotz schwerem Sturz

Pogacar triumphiert bei Mailand-Sanremo trotz dramatischem Sturz

Der schwere Frühjahrsklassiker Mailand-Sanremo hat einmal mehr seine ganze Dramatik entfaltet. Superstar Tadej Pogacar stürzte 33 Kilometer vor dem Ziel schwer, startete eine atemberaubende Aufholjagd und siegte schließlich im Sprint. Für den slowenischen Straßenrad-Weltmeister war es der erste Triumph bei der Classicissima nach mehreren knappen Niederlagen in den Vorjahren.

„Dachte, alles ist vorbei“ - Pogacars emotionale Worte nach dem Sturz

„Als ich stürzte, dachte ich für eine Sekunde, alles ist vorbei. Es ist der wichtigste Teil des Rennens. Glücklicherweise war ich schnell wieder auf dem Rad“, schilderte Pogacar nach seinem Sieg. Der viermalige Tour-de-France-Sieger zeigte sich erleichtert, dass weder sein Rad noch seine Beine ernsthaft beschädigt waren. Teamchef Mauro Gianetti ergänzte: „Die Emotionen sind nicht in Worte zu fassen. Es war so kompliziert heute.“

Spektakuläre Aufholjagd nach dem Sturz an der Cipressa

Der Sturz ereignete sich kurz vor dem Anstieg der Cipressa, doch Pogacar sprang sofort wieder auf seine Rennmaschine. Ohne Durchschnaufen zu pausieren, flog er am gesamten Feld vorbei und ging direkt in den Attacke-Modus über. Nur Vorjahressieger Mathieu van der Poel und der Brite Thomas Pidcock konnten ihm am vorletzten Anstieg noch folgen. Am letzten Anstieg musste schließlich van der Poel abreißen lassen.

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Entscheidung im Sprint gegen Pidcock

Die Entscheidung fiel erst auf der Zielgeraden, wo Pogacar wie ein Bahnsprinter lostrat. Der Mountainbike-Olympiasieger Pidcock, der sich zuvor an den zwei Anstiegen nicht abschütteln ließ, hielt dagegen, kam aber nicht mehr vorbei. „Ich wollte alleine gehen, aber Tom war richtig stark. Im Sprint war ich der Glücklichere“, analysierte Pogacar. „Es war sehr knapp.“

Historischer Triumph für Pogacar

Mit diesem Sieg hat Pogacar nun vier der fünf Radsport-Monumente gewonnen. Ihm fehlt nur noch ein Triumph bei der Kopfsteinpflaster-Tortur Paris-Roubaix. Sogar Radsport-Legende Eddy Merckx hatte dem Slowenen vor dem Rennen Tipps gegeben. In den vergangenen Jahren hatte Pogacar den Sieg in Sanremo immer knapp verpasst, zweimal stand ihm dabei sein großer Rivale van der Poel im Weg.

Deutsche Radprofis ohne Chancen

Die deutschen Radprofis spielten bei der 117. Ausgabe des Rennens keine Rolle. Für den bislang letzten deutschen Sieg hatte 2015 John Degenkolb gesorgt. Erik Zabel waren gar vier Erfolge in Sanremo geglückt. Seit Jahren bestimmen aber van der Poel und Pogacar das Rennen.

Ausblick auf weitere Klassiker

Bevor es zur Sache ging, durfte sich eine siebenköpfige Ausreißergruppe mit sechs Italienern ausprobieren. Fast sieben Minuten fuhren sie heraus, doch noch vor der Cipressa war auch der letzte Fahrer eingeholt. Zum nächsten großen Aufeinandertreffen der Klassiker-Stars kommt es in zwei Wochen bei der Flandern-Rundfahrt, wo Pogacar im vergangenen Jahr triumphiert hatte. Eine Woche später folgt dann der Showdown bei Paris-Roubaix.

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