Pogacar bezwingt Mailand-Sanremo trotz dramatischem Sturz
Beim ersten großen Frühjahrsklassiker der Radsportsaison 2026 bot das traditionsreiche Rennen Mailand-Sanremo erneut Dramatik pur. Auf der anspruchsvollen 298-Kilometer-Strecke setzte sich Straßenrad-Weltmeister Tadej Pogacar nach einem spektakulären Rennverlauf erstmals in seiner Karriere durch.
Sturz und atemberaubende Aufholjagd
Der slowenische Ausnahmefahrer stürzte nur 33 Kilometer vor dem Ziel in einer Kurve heftig zu Boden. Doch der viermalige Tour-de-France-Sieger zeigte enorme mentale Stärke und sprang sofort wieder auf sein Rennrad. Was folgte, war eine atemberaubende Aufholjagd, die das gesamte Fahrerfeld in Staunen versetzte.
Pogacar nahm sich nicht einmal Zeit zum Durchschnaufen, sondern wechselte direkt in den Attacke-Modus. An der berüchtigten Cipressa-Straße flog er quasi am gesamten Feld vorbei und schloss zur Spitzengruppe auf. Nur Vorjahressieger Mathieu van der Poel und der britische Mountainbike-Olympiasieger Thomas Pidcock konnten ihm zunächst noch folgen.
Entscheidung im Finale
Am letzten Anstieg, dem berühmten Poggio, musste dann auch van der Poel die Verfolgung aufgeben. Im Sprint auf der Via Roma setzte sich Pogacar schließlich gegen Pidcock durch und holte sich seinen lang ersehnten ersten Sieg bei der Classicissima. Den dritten Platz sicherte sich der Belgier Wout van Aert.
"Dieser Sieg bedeutet mir besonders viel, nachdem ich in den vergangenen Jahren immer knapp gescheitert bin", kommentierte der 27-jährige Slowene nach dem Rennen. Gleich zweimal hatte ihm zuvor sein großer Rivale van der Poel den Triumph verwehrt.
Vier von fünf Monumenten gewonnen
Mit diesem Erfolg hat Pogacar nun vier der fünf Radsport-Monumente - die wichtigsten Eintagesklassiker - in seiner Sammlung. Dem Ausnahmefahrer fehlt nur noch ein Sieg beim legendären Kopfsteinpflaster-Klassiker Paris-Roubaix, um alle fünf Monumente zu komplettieren.
Für die deutschen Radprofis verlief die 117. Ausgabe von Mailand-Sanremo dagegen enttäuschend. Sie spielten im Rennverlauf keine entscheidende Rolle. Der letzte deutsche Sieg datiert aus dem Jahr 2015, als John Degenkolb triumphierte. Erik Zabel gelangen sogar vier Erfolge bei diesem prestigeträchtigen Rennen.
Die nächste Herausforderung wartet bereits: Am 12. April steht mit Paris-Roubaix das letzte fehlende Monument auf Pogacars Agenda. Die Radsportwelt darf gespannt sein, ob der Slowene seine beeindruckende Serie fortsetzen kann.



