Gute eine Woche nach dem Triumph von Tadej Pogacar bei den Männern startet die Tour de France der Frauen in ihre fünfte Auflage seit der Wiederbelebung im Jahr 2022. Die Frankreich-Rundfahrt hat sich schnell etabliert: Vier verschiedene Siegerinnen in den bisherigen Austragungen belegen die Ausgeglichenheit des Feldes. Auch aus Deutschland sind einige vielversprechende Fahrerinnen am Start. Höhepunkt der gut einwöchigen Rundfahrt ist die Kletterpartie zum Mont Ventoux hinauf.
Strecke und Etappen
Der Startschuss erfolgt am 1. August in der Schweiz am Genfer See in Lausanne. Über neun Etappen und 1174,7 Kilometer führt die Strecke bis zum Tour-Finale am 9. August in Nizza. Das absolute Highlight ist die Bergankunft auf dem Mont Ventoux auf der siebten Etappe. Gut möglich, dass die Siegerin auf dem „Riesen der Provence“ auch die Gesamtwertung für sich entscheidet. Wichtig wird auch das Einzelzeitfahren auf der vierten Etappe nach Dijon sein.
Favoritinnen und deutsche Hoffnungen
Als Vorjahressiegerin geht die Französin Pauline Ferrand-Prévot ins Rennen. Die Mountainbike-Olympiasiegerin von Paris hat damit in ihrer Heimat eine Riesen-Euphorie erzeugt. In diesem Jahr konnte PFP aber noch nicht sonderlich überzeugen. Die größten Chancen dürfte die Niederländerin Demi Vollering haben, die bereits 2023 die Rundfahrt gewann. Auch mit der Polin Kasia Niewiadoma, der Gesamtsiegerin von 2024, ist immer zu rechnen.
Für deutsche Fans steht Antonia Niedermaier im Fokus. Die 23-jährige Rosenheimerin fuhr im Juni beim Giro d'Italia überraschend auf den zweiten Gesamtplatz – mit nur 50 Sekunden Rückstand auf Vollering. „Man soll ja groß träumen“, sagt Niedermaier und würde gern einmal das Gelbe Trikot holen. Franziska Koch hat mit ihrem Sieg bei Paris-Roubaix im Frühjahr für Aufsehen gesorgt und könnte auf Flachetappen für Tagessiege sorgen. Das ist in der Vergangenheit auch schon Liane Lippert gelungen, die zweimalige WM-Vierte muss sich im Movistar-Team aber hinter der Schweizerin Marlen Reusser einordnen.
Eine weitere Kandidatin ist Urska Zigart, die Freundin von Tadej Pogacar. Die Slowenin ist erst im Juni bei der Tour de Suisse schwer gestürzt und hatte mit einem Kieferbruch eine Zwangspause einlegen müssen. Als Siegkandidatin wäre Zigart ohnehin kaum infrage gekommen, für ganz vorne hat es bislang nicht gereicht. Ein sechster Platz bei der Vuelta und ein achter Gesamtrang beim Giro d'Italia waren in diesem Jahr aber schon Achtungserfolge.
Resonanz und TV-Übertragung
In Frankreich wird die Frauen-Tour sehr gut angenommen. Viele Zuschauer am Straßenrand und gute Einschaltquoten im TV belegen die wachsende Popularität. „Nach nur wenigen Auflagen ist klar, dass unser Rennen wirklich gewachsen ist. (...) Vor vier Jahren machte ich mir Sorgen um die Zukunft des Frauen-Radsports, aber jetzt kann ich mir nichts vorstellen, was sein weiteres Wachstum verhindern könnte“, sagt Tour-Direktorin Marion Rousse, die Partnerin von Ex-Weltmeister Julian Alaphilippe.
Die ARD überträgt die ersten beiden und letzten Etappen im Hauptprogramm und alle Tagesstücke im Livestream. Auch Eurosport zeigt alle Etappen im Free-TV. Die Berichterstattung ist zudem im Stream bei HBO Max und discovery+ zu verfolgen.



