Tour de France: Merlier sprintet zum Sieg, Kanter wird Vierter
Tour de France: Merlier siegt, Kanter Vierter

Das Warten auf einen deutschen Etappensieg bei der Tour de France 2026 geht weiter. Der formstarke Sprinter Max Kanter hat die fünfjährige Durststrecke der deutschen Radprofis bei der wichtigsten Rundfahrt des Weltradsports auch am Freitag nicht beenden können. Beim zweiten Massenspurt der Frankreich-Rundfahrt reichte es für den Tour-Debütanten beim klaren Sieg von Tim Merlier (Soudal Quick-Step) nur zu Rang vier.

Merlier dominiert den Massenspurt in Bordeaux

Der Tagessieger aus Belgien setzte sich im Highspeed-Finale der siebten Etappe in Bordeaux durch und verwies Sören Wärenskjold (Uno-X Mobility) und Biniam Girmay (NSN Cycling) auf die Plätze zwei und drei. Für Merlier war es nach der nächsten Hitzeschlacht mit Temperaturen knapp unter der 40-Grad-Marke der insgesamt vierte Tagessieg bei der Tour de France. Phil Bauhaus komplettierte mit seinem sechsten Rang ein ordentliches deutsches Gesamtergebnis. Pascal Ackermann wurde Zwölfter.

Auf einen Sieg im Massenspurt warten die deutschen Radsport-Fans bereits seit 2017, als Marcel Kittel in Pau triumphiert hatte. Seit Nils Politt 2022 hat kein Deutscher mehr eine Etappe bei der Tour de France gewonnen. Tadej Pogačar verteidigte ohne Probleme sein Gelbes Trikot. Am Tag nach seiner Machtdemonstration auf der Tourmalet-Etappe, die schon ein wenig nach Vorentscheidung im Titelkampf roch, rollten der Slowene und die anderen Spitzenfahrer einträchtig im großen Feld ins Ziel.

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Kanter zeigt sich bei Zwischensprint in guter Form

Größtenteils schnurgerade ging es auf der 175,1 Kilometer langen Etappe in Richtung Bordeaux. 55 Kilometer vor dem Ziel zeigte sich Kanter beim Zwischensprint abermals in guter Form – als Dritter des Pelotons schnappte er sich noch zwölf Punkte. 18 Kilometer vor dem Ende waren dann die beiden Ausreißer Baptiste Veistroffer und Jakub Otruba gestellt. Bereits am Samstag dürften die Sprinter ihre nächste Chance bekommen: Auch die achte Etappe von Périgueux nach Bergerac ist wie geschaffen für eine Massenankunft.

Evenepoel und Lipowitz legen Streit bei

Unterdessen hat sich der Streit im Team Red Bull-Bora-hansgrohe zwischen Remco Evenepoel und Florian Lipowitz gelegt. Der Senkrechtstarter Lipowitz hatte bereits vor dem Start in Hagetmau bemüht, die Wogen zu glätten. „Wir haben gestern im Bus miteinander geredet. Ich glaube, es ist alles geklärt. Die Stimmung ist gut. Ich würde da jetzt nicht so viel Wert darauf legen“, sagte er der ARD. Nach der Pyrenäen-Etappe am Donnerstag hatte sein Teamkollege Evenepoel Lipowitz dafür kritisiert, auf seine Bitte um Unterstützung im Sprint nicht reagiert zu haben. „Ich war sauer, und das zurecht“, hatte Evenepoel im Ziel gesagt. Am Freitag hörte sich das auch beim Olympiasieger deutlich versöhnlicher an. An der geteilten Kapitänsrolle der beiden Topfahrer soll sich nichts ändern.

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