Junioren-EM in München: 600 Talente jagen in Olympia-Schwimmhalle nach Medaillen
Junioren-EM in München: 600 Talente jagen Medaillen

In der Olympia-Schwimmhalle in München, wo einst Legende Mark Spitz vor fast 54 Jahren siebenmal Olympiasieger wurde, starten am Dienstag die Junioren-Europameisterschaften der Schwimmer. 600 Athleten aus 46 Ländern im Alter von 15 bis 18 Jahren gehen an den Start – eine Teilnehmerzahl, die an die Schwimmwettbewerbe der Olympischen Spiele 1972 erinnert, als 532 Aktive aus 52 Nationen um Medaillen kämpften.

Leistungsexplosion: Spitz‘ Zeiten heute nicht mehr konkurrenzfähig

Kurios: Mit den Zeiten, mit denen Mark Spitz damals zum Helden avancierte, würde sich der Amerikaner heute nicht einmal mehr für die Junioren-EM qualifizieren. Zum Vergleich: Über 100 Meter Freistil wurde Spitz 1972 in 51,22 Sekunden Olympiasieger. Bei der Nachwuchs-EM geht der Spanier Luca Hoek mit einer Meldezeit von 47,72 Sekunden an den Start – ein Unterschied von 3,5 Sekunden. Der heutige Weltrekord über diese Distanz liegt sogar bei 46,40 Sekunden.

Die Gründe für die enorme Zeitenentwicklung der letzten 50 bis 60 Jahre sind vielfältig: Fortschritte in Training und Wettkampf, verbesserte Ernährung und Regeneration sowie neue Regeln haben das Schwimmen schneller gemacht. Die Startblöcke haben sich verändert, beim Rückenschwimmen ist die Rollwende ohne Handberührung der Wand erlaubt, und auch das Material hat sich weiterentwickelt – Anzug- und Badekappenmaterial sind gleitfähiger.

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Deutsche Talente bei Heim-EM mit 37 Athleten

Nachwuchs-Bundestrainer Carsten Gooßes sagt: „Der Schwimmsport von damals ist nicht mit dem heutigen zu vergleichen. Schon allein deswegen, weil er heute in einer ganz anderen Breite und Professionalität betrieben wird. Aber das ist in fast allen Sportarten so.“

Deutschland schickt bei der Heim-EM 37 Talente ins Rennen. Im letzten Jahr landete die deutsche Mannschaft mit zehn Podestplätzen auf Platz zehn im Medaillenspiegel. Die Hoffnungen ruhen unter anderem auf Hannah Schneider, die zu den deutschen Medaillenkandidatinnen zählt. Die Athleten haben die Chance, sich vor heimischem Publikum für internationale Erfolge zu empfehlen und erste wichtige Erfahrungen auf der großen Bühne zu sammeln.

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