ARD-Bericht enthüllt: Deutscher Eisschnelllauf-Verband soll Athleten finanziell ausbeuten
ARD: Deutscher Eisschnelllauf-Verband beutet Athleten aus

Schwere Vorwürfe gegen deutschen Eisschnelllauf-Verband

Die Deutsche Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG) steht am Rande der Olympischen Winterspiele in Mailand unter massiver Kritik. Ein aktueller Bericht der ARD wirft dem Verband und seinem Präsidenten Matthias Große finanzielle Unregelmäßigkeiten, intransparentes Handeln und autoritären Führungsstil vor. Die Vorwürfe belasten die Athleten erheblich, darunter das 18-jährige Super-Talent Finn Sonnekalb, das bei Olympia über 1000 Meter einen enttäuschenden zwölften Platz belegte.

Athleten zahlen bis zu 2000 Euro für Wettkampfreisen

Laut dem ARD-Beitrag müssen Sportler der DESG erhebliche Eigenleistungen erbringen. So werden sogenannte „Teilnahmegebühren“ für Trainingslager und Wettkampfreisen fällig, die bis zu 2000 Euro betragen können. Dieser Höchstbetrag galt beispielsweise für den Weltcup 2024 in Salt Lake City. Die Athleten erhalten Rechnungen, ohne dass die genaue Berechnung oder Gründe für die Kostenaufstellung transparent kommuniziert werden.

Ein weiterer schwerwiegender Vorwurf betrifft die Auszahlung von Prämien. Viele Sportler warten teils jahrelang auf die Gelder, die sie durch ihre sportlichen Leistungen erlaufen haben. Um die fehlenden Mittel zu überbrücken, griffen Erfurter Athleten zu kreativen Lösungen: Sie erstellten einen Akt-Kalender und starteten Crowdfunding-Aktionen, um ihre Saison finanziell abzusichern.

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Intransparenz und autoritärer Führungsstil

Die finanzielle Lage des Verbandes bleibt laut ARD unklar. Jahresabschlüsse für 2023 und 2024 wurden nicht fristgerecht nachgereicht, und 2024 musste die DESG sogar eine insolvenzrechtliche Beratung in Anspruch nehmen. Grund war ein „nicht durch Vereinsvermögen gedeckter Fehlbetrag“ von über 288.000 Euro im Jahresabschluss 2022. Obwohl eine Insolvenz abgewendet werden konnte und der Verband jährlich mit etwa 1,5 Millionen Euro Steuergeld gefördert wird, herrscht weiterhin Unsicherheit.

Athletensprecher Hendrik Dombek äußerte sich schriftlich an die ARD: „Die aktuelle Situation im Verband stellt für viele Athletinnen und Athleten eine zusätzliche, erhebliche Belastung dar. Es besteht dringender Bedarf an einem intensiveren und regelmäßigen Austausch mit den Verbandsgremien.“ Er wünscht sich ein Umfeld, das von gegenseitigem Respekt, transparenter Kommunikation und verantwortungsvollem Umgang mit Macht geprägt ist.

Anonyme Funktionäre bestätigen die Vorwürfe

Ein langjähriger Funktionär, der anonym zitiert wird, bestätigt die Kritik: „Große hat Haushaltspläne zurückgehalten, versprochene Prämien wurden nicht an Vereine und Sportler ausbezahlt, ganz viele Mitglieder hatten genug von seinem intransparenten Handeln und autoritären Führungsstil.“ Die DESG-Schatzmeisterin Clarissa Forster und Präsident Matthias Große behaupteten auf Mitgliederversammlungen zwar, der Verband sei „aus dem Gröbsten heraus“, doch die Realität sieht anders aus.

Matthias Große kündigte an, sich auf einer Pressekonferenz am 26. Februar in Berlin zu allen Vorwürfen zu äußern. Auf die Frage, warum er nicht sofort Stellung bezieht, antwortete er: „Weil wir 13 Athleten vor Ort haben, die sich vier Jahre auf diese Wettkämpfe vorbereitet haben. Sie haben es verdient, in Ruhe ihre Rennen zu absolvieren. Sie können keine Unruhe gebrauchen.“ Die Athleten, die unter den Missständen leiden, warten indes auf klare Antworten und eine nachhaltige Lösung.

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