DLRG verzeichnet Mitgliederboom, doch Schwimmkurse bleiben Mangelware
DLRG: Mitgliederrekord, aber zu wenig Schwimmkurse

DLRG verzeichnet Mitgliederboom, doch Schwimmkurse bleiben Mangelware

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) verzeichnet einen bemerkenswerten Mitgliederzuwachs und erreicht einen neuen Rekordstand. Gleichzeitig stößt die Organisation jedoch an ihre Kapazitätsgrenzen, insbesondere bei der dringend benötigten Schwimmausbildung für Kinder und Jugendliche.

Historischer Mitgliederrekord in ganz Deutschland

Bundesweit konnte die DLRG zum 31. Dezember 2025 einen neuen Höchstwert von 642.082 Mitgliedschaften verzeichnen. Dies entspricht einem beeindruckenden Zuwachs von 2,38 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die positive Entwicklung zeigt sich in allen Landesverbänden, wobei Hamburg mit einem Plus von 8,7 Prozent die stärkste Steigerung aufweist.

In Sachsen-Anhalt stiegen die Mitgliederzahlen um 1,17 Prozent auf insgesamt 4.741 Personen. Auch Berlin und Brandenburg verzeichneten deutliche Zuwächse von 4,5 beziehungsweise 5,5 Prozent. Diese Zahlen unterstreichen das wachsende Interesse an den Angeboten der Wasserrettungsorganisation.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Hohe Nachfrage trifft auf begrenzte Kapazitäten

Holger Friedrich vom DLRG-Landesverband Sachsen-Anhalt erklärt den Mitgliederzuwachs mit der enormen Nachfrage nach Schwimmangeboten für junge Menschen. „Der Zuwachs bei den Mitgliedszahlen ist vor allem dadurch zu erklären, dass wir eine hohe Nachfrage nach Schwimmangeboten für Kinder und Jugendliche haben“, so Friedrich. Doch genau hier liegt das Problem: Die Vereine stoßen an ihre Grenzen.

Die Engpässe sind vielfältig:

  • Oftmals gibt es keine freien Plätze in Schwimmkursen
  • Fehlende Wasserzeiten in den Schwimmbädern
  • Ausgelastete oder nicht ausreichend verfügbare Bäder
  • Begrenzte Möglichkeiten für Rettungsschwimmerausbildung

Friedrich betont: „Ein Zuwachs an Schwimm- und Rettungsschwimmerausbildung ist somit kaum zu verzeichnen. Die genannten Engpässe sind deshalb weiterhin vorhanden.“

Initiative „Deutschland lernt Schwimmen“ soll Abhilfe schaffen

DLRG-Präsidentin Ute Vogt beschreibt die Situation deutlich: „Unsere Ortsgruppen wären oft in der Lage, sich noch stärker für das Schwimmenlernen einzubringen. Die marode Bäderlandschaft hängt wie ein Damoklesschwert über der Schwimmausbildung – und auch der Rettungsschwimmausbildung.“

Aktuell arbeiten die DLRG, der Deutsche Schwimm-Verband und das Bundeskanzleramt gemeinsam an der Initiative „Deutschland lernt Schwimmen“. Das ambitionierte Ziel ist die Stärkung der Schwimmausbildung auf nationaler Ebene. Für dieses Modellvorhaben sind bis 2029 insgesamt 20 Millionen Euro vorgesehen.

Zusätzlich stellt der Bund in diesem Jahr 250 Millionen Euro für die dringend notwendige Sanierung von Schwimmbädern bereit. Diese Investitionen sollen langfristig die Infrastruktur verbessern und mehr Wasserzeiten für Schwimmkurse ermöglichen.

Ausblick und Herausforderungen

Während die steigenden Mitgliederzahlen die Bedeutung der DLRG und ihrer Arbeit unterstreichen, zeigt sich gleichzeitig die dringende Notwendigkeit für infrastrukturelle Verbesserungen. Die Organisation steht vor der Herausforderung, die wachsende Nachfrage nach Schwimmkursen mit den begrenzten Kapazitäten in Einklang zu bringen.

Die geplanten finanziellen Mittel von Bundesseite bieten Hoffnung auf Besserung, doch bis sich die Situation spürbar verbessert, werden Engpässe bei Schwimmkursen und Rettungsschwimmerausbildung voraussichtlich weiter bestehen bleiben. Die DLRG bleibt damit eine Organisation im Spannungsfeld zwischen wachsender Popularität und praktischen Umsetzungsproblemen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration