IOC bewertet FIFA-Engagement bei Trumps Friedensrat als regelkonform
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat klargestellt, dass es in der von FIFA-Präsident Gianni Infantino angekündigten Partnerschaft des Fußball-Weltverbands mit dem Friedensrat von US-Präsident Donald Trump keinen Verstoß gegen das Neutralitätsgebot der olympischen Charta erkennt. Ein IOC-Sprecher betonte, dass die FIFA durch den Fußball ein umfassendes Investitionsprogramm zur Wiederbelebung des Sports im Gazastreifen unterstütze. Dieses Engagement stehe „vollständig im Einklang mit der Rolle eines internationalen Sportverbands“ und diene der sportlichen Entwicklung in der Region.
Infantinos Auftritt sorgte für Diskussionen
Zuvor hatte der Auftritt von Gianni Infantino bei der ersten Sitzung des umstrittenen Friedensrats für erhebliche Aufmerksamkeit gesorgt. Der Schweizer nahm einen prominenten Platz auf dem Podium ein, in unmittelbarer Nähe zu Argentiniens Präsident Javier Milei und Ungarns Regierungschef Viktor Orbán. In seiner kurzen Ansprache erklärte Infantino: „Jeder muss den Frieden unterstützen.“ Anschließend präsentierte er einen Werbespot, der den Bau von Fußballfeldern in Gaza ankündigte und damit die geplante Initiative der FIFA verdeutlichte.
Auf Nachfragen zu diesem Vorfall hatte IOC-Präsidentin Kirsty Coventry während der Winterspiele in Mailand angekündigt, dass sich das Komitee den Vorgang näher ansehen werde. Sie verwies dabei auf die klaren Vorgaben der olympischen Charta, die eindeutig festlegen, was von den Mitgliedern erwartet wird. Nur einen Tag später teilte das IOC jedoch mit, dass es keine Beanstandungen zu den Plänen der FIFA habe.
Details zur FIFA-Partnerschaft und zum Friedensrat
Laut IOC werden die FIFA-Pläne „Vorschläge für die sportliche Infrastruktur, Ausbildung und Förderung von Spitzensportlern“ im Gazastreifen umfassen. Das IOC selbst unterstützt die sportliche Entwicklung in der Region bereits durch die olympische Solidarität, sein zentrales Entwicklungsinstrument, und wird diese Unterstützung fortsetzen. Der Friedensrat wurde von US-Präsident Donald Trump während des Weltwirtschaftsforums im Schweizer Alpenort Davos ins Leben gerufen, wobei Trump selbst den Vorsitz auf Lebenszeit übernommen hat.
Im Kern zielt der Friedensrat darauf ab, globale Konflikte zu lösen. Entgegen anfänglicher Erwartungen handelt es sich nicht ausschließlich um ein Gremium, das der Überwachung einer Befriedung des Gazastreifens gewidmet ist. Die enge Verbindung zwischen Infantino und Trump ist bereits bekannt, insbesondere im Hinblick auf die anstehende Fußball-Weltmeisterschaft, die im Sommer von den USA, Mexiko und Kanada gemeinsam ausgerichtet wird. Bei der WM-Auslosung in Washington im Dezember des Vorjahres wurde Trump zudem der neu eingeführte FIFA-Friedenspreis verliehen, was die bestehende Zusammenarbeit unterstreicht.
Insgesamt betont das IOC, dass die geplanten Aktivitäten der FIFA im Einklang mit den olympischen Werten stehen und einen Beitrag zur Förderung des Sports in konfliktbetroffenen Gebieten leisten. Die Organisation sieht daher keinen Anlass für weitere Untersuchungen oder Maßnahmen in dieser Angelegenheit.



