Ukrainisches Paralympisches Komitee verhängt Boykott der Eröffnungsfeier
Das Ukrainische Paralympische Komitee hat offiziell einen Boykott der Eröffnungsfeier der Winter-Paralympics 2026 angekündigt. In einer scharfen Stellungnahme forderte das Komitee zudem, dass die ukrainische Flagge bei der Zeremonie am 3. März nicht verwendet wird. Diese Entscheidung fällt vor dem Hintergrund, dass erstmals seit dem russischen Überfall auf die Ukraine im Jahr 2022 wieder russische Flaggen bei den paralympischen Spielen wehen sollen.
Empörung über Zulassung russischer und belarussischer Sportler
Das Nationale Paralympische Komitee der Ukraine zeigte sich empört über die zynische Entscheidung des Internationalen Paralympischen Komitees, sechs Sportler aus Russland und vier aus Belarus mit eigener Flagge und Hymne zu den Spielen zuzulassen. In einer Mitteilung hieß es: „Man muss sich bewusst machen, dass Russland, das heute ukrainische Gebiete besetzt hält, massiv Zivilisten tötet [...] und sofort seine Flagge, getränkt mit dem Blut der Zivilbevölkerung der Ukraine, auf den von ihm eroberten Gebieten hisst.“ Es sei genau diese Flagge, die das Internationale Paralympische Komitee bei den Winterspielen in Mailand und Cortina d’Ampezzo zu hissen erlaubt.
Ukrainische Athleten nehmen dennoch an Wettbewerben teil
Zuvor hatte die Ukraine bereits über Sportminister Matwij Bidnyj angekündigt, die Eröffnungsveranstaltung zu boykottieren. An den Wettbewerben werden die ukrainischen Athleten jedoch teilnehmen. Walerij Suschkewytsch, der Präsident des ukrainischen Behindertensportverbands, erklärte dem Sender Hromadske: „Wenn wir nicht hinfahren, dann bedeutet das, dass (der russische Präsident Wladimir) Putin einen Sieg über die ukrainischen Paralympics-Athleten, über die Ukraine erringt. Das wird es nicht geben!“
Die Ukraine wehrt sich seit fast vier Jahren gegen eine russische Invasion, was die politische Dimension dieser sportlichen Entscheidungen unterstreicht. Die Spannungen spiegeln sich nun in den Paralympics wider, wo Symbolik und Teilnahme zu kontroversen Debatten führen.



