Ukraine boykottiert Paralympics-Eröffnung wegen russischer Teilnahme unter eigener Flagge
Ukraine boykottiert Paralympics-Eröffnung wegen Russland

Ukraine boykottiert Paralympics-Eröffnung: Protest gegen russische Teilnahme unter eigener Flagge

Das ukrainische Team wird wegen der umstrittenen Zulassung russischer Sportler unter eigener Flagge nicht an der Eröffnungsfeier der Paralympics in Italien teilnehmen. Sportminister Matwij Bidnyj rief auch andere Nationen dazu auf, sich diesem Boykott offizieller Zeremonien anzuschließen. Er bezeichnete die Entscheidung der Organisatoren als "unerhörte Entscheidung", Athletinnen und Athleten aus Russland wieder mit nationalen Symbolen an den Winterspielen der Behindertensportler teilnehmen zu lassen.

Hintergrund des Konflikts und internationale Reaktionen

Die Ukraine wehrt sich seit vier Jahren gegen eine russische Invasion, was den sportpolitischen Konflikt zusätzlich verschärft. Während bei den Olympischen Winterspielen nur Einzelsportler aus Russland unter neutraler Flagge starten dürfen, hob das Internationale Paralympische Komitee (IPC) im September überraschend die Sanktionen gegen die Dachverbände Russlands und seines Verbündeten Belarus auf. Kurz vor dem Beginn der Paralympics am 6. März bestätigte das IPC, dass sechs Startplätze an russische Athleten vergeben wurden, während Belarus vier Teilnehmer entsenden darf.

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha betonte auf der Plattform X: "Es ist moralisch und politisch falsch, die Flaggen von Aggressorstaaten bei den Paralympischen Spielen zuzulassen, während Russlands Krieg gegen die Ukraine weiter tobt." Er wies darauf hin, dass Sport für Fairness, Würde und Respekt stehen müsse und nicht zur Bühne für Regime werden dürfe, die diese Werte mit Füßen treten. Daher habe er die ukrainischen Botschafter angewiesen, andere Länder von einem Fernbleiben der Eröffnungsfeier zu überzeugen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Deutsche Position und russische Pläne

Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) plant trotz des Boykottaufrufs, an der Eröffnungsfeier teilzunehmen. Eine Sprecherin erklärte: "Stand jetzt kann ich sagen, dass wir auf uns schauen und uns auf den Sport fokussieren." Der DBS hatte die Russland-Entscheidung des IPC jedoch wiederholt scharf kritisiert und damit die kontroverse Diskussion innerhalb der Sportgemeinschaft verdeutlicht.

Die russische Delegation wird nach Angaben aus Moskau an der Auftakt-Veranstaltung der Paralympics in Verona teilnehmen, allerdings nicht mit allen sechs zugelassenen Athleten. Der Chef des russischen Paralympischen Komitees, Pawel Roschkow, teilte mit, dass die konkreten Teilnehmer der Zeremonie noch bestimmt würden, sie aber auf jeden Fall unter eigener Flagge und in russischen Teamfarben einlaufen sollen. Diese Ankündigung unterstreicht die symbolische Bedeutung, die Russland seiner Teilnahme beimisst.

Die endgültige Entscheidung über die Zulassung zu den Wettbewerben liegt bei den italienischen Organisatoren und Behörden, wie das IPC mitteilte. Dieser Umstand zeigt die komplexen rechtlichen und politischen Abwägungen, die mit der Veranstaltung verbunden sind. Die Paralympics stehen somit nicht nur im Zeichen sportlicher Höchstleistungen, sondern auch im Fokus internationaler diplomatischer Spannungen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration