Ukraine verurteilt scharf: Russische Teilnahme an Paralympics unter eigener Flagge
Ukraine verurteilt russische Paralympics-Teilnahme

Ukraine verurteilt scharf: Russische Teilnahme an Paralympics unter eigener Flagge

Die Entscheidung, russischen und belarussischen Athleten die Teilnahme an den Paralympischen Winterspielen unter eigener Nationalflagge zu gestatten, hat eine Welle der Empörung ausgelöst. Der ukrainische Sportminister Matwiy Bidny verurteilte diesen Schritt aufs Schärfste und bezeichnete ihn als sowohl enttäuschend als auch empörend.

Schärfste Kritik aus Kiew

In einer scharfen Stellungnahme in den Sozialen Medien erklärte Bidny: "Die Entscheidung der Organisatoren der Paralympics, Mördern und ihren Komplizen die Teilnahme an den Paralympischen Spielen unter nationaler Flagge zu gestatten, ist sowohl enttäuschend als auch empörend." Der 46-jährige Minister führte weiter aus, dass die Flaggen von Russland und Belarus keinen Platz bei internationalen Sportveranstaltungen hätten, die für Fairness, Integrität und Respekt stünden.

Bidny betonte, dass es sich bei diesen Symbolen um "Flaggen von Regimes handelt, die den Sport zu einem Instrument des Krieges, der Lügen und der Verachtung gemacht haben". Er wies darauf hin, dass der paralympische Sport in Russland zu einer Stütze für diejenigen geworden sei, die in die Ukraine geschickt wurden, um zu töten – und die mit Verletzungen und Behinderungen zurückgekehrt seien.

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Russische Athleten erhalten Wildcards

Das Nationale Paralympische Komitee Russlands (RPC) erhielt bei der Vergabe sogenannter Bipartite-Plätze Wildcards in den Bereichen:

  • Alpin
  • Langlauf
  • Snowboard

Zu den teilnehmenden Athleten gehören unter anderem der dreifache Paralympics-Sieger Alexei Bugajew, die zweifache Weltmeisterin Warwara Woronchichina und der mehrfache Weltmeister Iwan Golubkow. Die Spiele finden vom 6. bis 15. März statt.

Der RPC-Vorsitzende Pawel Roschkow erklärte, dass sowohl die Visa als auch die Kleidung in Nationalfarben bereits offiziell genehmigt seien. Er erwarte eine "würdige" Vertretung des Landes. Allerdings kritisierte Langlauf-Trainerin Irina Gromowa die geringe Anzahl der Startplätze als "katastrophal wenig".

Internationale Reaktionen

Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) kritisierte die Zulassung zum wiederholten Male. Auch die Athletinnen und Athleten äußerten sich besorgt. Johanna Recktenwald, Deutschlands Para Sportlerin des Jahres, sagte: "Ich finde es so heftig den Ukrainerinnen gegenüber." Sie führte aus, dass sich "nichts geändert" habe und man nicht verstehe, wieso russische Athleten jetzt wieder mit Flagge und Hymne starten dürften.

Langläufer Marco Maier berichtete, dass es schon bei den Weltcups zuletzt "ganz schwierig" gewesen sei, wie man sich gegenüber den russischen Konkurrenten verhalten solle. Er finde es "nicht fair gegenüber allen anderen und vor allem der Ukraine".

Appell an die Entscheider

Bidny betonte abschließend, dass es noch nicht zu spät sei, zur Vernunft zu kommen und die Staatssymbole von Mördern bei internationalen Wettkämpfen zu verbieten. Er rief den Entscheidern zu: "Zeigen Sie Mut!" und forderte ein klares Bekenntnis zu den Werten des Sports.

Die kontroverse Entscheidung wirft grundsätzliche Fragen über die Rolle des Sports in geopolitischen Konflikten auf und zeigt, wie tief die Gräben zwischen den beteiligten Nationen auch im Bereich des Behindertensports verlaufen.

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