Neustart nach Abstieg: Junges Team soll Wiederaufstieg schaffen
Der Deutsche Tennis Bund (DTB) startet mit einem radikal verjüngten Team in die neue Saison des Billie Jean King Cup. Nach dem Abstieg in der vergangenen Saison setzt Bundestrainer und neuer Teamkapitän Torben Beltz vollständig auf junge Talente und verzichtet bewusst auf erfahrene Kräfte.
Lys führt junges Quartett an
Angeführt wird das deutsche Team von der 22-jährigen Eva Lys. An ihrer Seite stehen Ella Seidel, Tessa Brockmann und die aktuell formstarke Noma Noha Akugue. Auffällig abwesend sind dagegen routinierte Spielerinnen wie Laura Siegemund, die erst kürzlich das Viertelfinale in Wimbledon erreichte, und Tatjana Maria, Siegerin des Queen's Club Championships. Beide sind 38 Jahre alt und repräsentieren eine Generation, die Beltz nun bewusst ausklammert.
„Wir haben ein junges und schlagkräftiges Team zusammengestellt, mit dem wir den Wiederaufstieg im Billie Jean King Cup angehen wollen“, erklärt Beltz die Nominierungsstrategie. „Der Fokus lag nicht ausschließlich auf den Begegnungen in Portugal, sondern auf einem längerfristigen Prozess.“ Der Trainer betont, dass es darum gehe, Spielerinnen an die Nationalmannschaft heranzuführen, die Deutschland auch in den kommenden Jahren vertreten werden.
Herausforderung in Portugal
Vom 7. bis 11. April muss sich das deutsche Team in Oeiras, Portugal, in der Regionalgruppe Europa/Afrika I beweisen. In der Gruppenphase warten anspruchsvolle Gegner: Dänemark, Portugal und Schweden. Nur der Gruppensieg sichert den Deutschen eine Chance auf einen der drei begehrten Plätze in den Playoffs, die im Herbst ausgetragen werden.
Torben Beltz, der bereits seit Ende 2024 als Bundestrainer fungiert, übernahm im Februar zusätzlich die Rolle des Teamkapitäns im Billie Jean King Cup. Er folgt damit auf Rainer Schüttler. Diese Doppelfunktion unterstreicht die Bedeutung, die der DTB dem Neuanfang nach dem Abstieg beimisst.
Die Entscheidung für einen radikalen Jugendkurs ist mutig und birgt Risiken. Die jungen Spielerinnen müssen nicht nur mit dem Druck des Wiederaufstiegs umgehen, sondern auch die Erfahrung vermissen lassen, die Spielerinnen wie Siegemund und Maria in kritischen Momenten bieten könnten. Ob der langfristig angelegte Plan von Beltz bereits in Portugal erste Früchte trägt, wird sich zeigen. Klar ist: Der deutsche Tennissport blickt mit diesem Team entschieden in die Zukunft.



