Panik auf dem Tennisplatz: Iran-Drohne zwingt Turnier zum Abbruch
Ein unerwartetes Sicherheitsrisiko hat das Challenger-Turnier in Fujairah, einer Küstenstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, am Dienstag abrupt beendet. Auslöser waren Trümmerteile einer iranischen Drohne, die zuvor abgeschossen worden war und in ein etwa 15 Kilometer entferntes Ölfeld einschlugen. Der Einschlag verursachte ein Feuer, das eine massive schwarze Rauchsäule über der Region aufsteigen ließ.
Spieler flüchten nach Explosion vom Platz
Aufnahmen der Turnierübertragung zeigen deutlich die plötzliche Unterbrechung des Qualifikations-Matches zwischen Hayato Matsuoka (21, Japan) und Daniil Ostapenkov (22, Belarus). Nach einer hörbaren Explosion pausierten die Athleten ihr Spiel und verließen gemeinsam mit Ballkindern umgehend den Tennisplatz. Die Situation eskalierte schnell, als sich die Sicherheitslage vor Ort verschlechterte.
Der ukrainische Tennisspieler Vladyslav Orlov (30) dokumentierte die bedrohliche Atmosphäre in einem Video nach seinem eigenen Qualifikationssieg. „Ich habe gerade mein Match in Fujairah beendet, aber das Turnier ist für heute unterbrochen. Während ich spielte, hörte ich deutlich das Geräusch von Jets, die in der Umgebung kreisten. Neben dem Berg ist jetzt Rauch zu sehen, daher ist es hier momentan nicht sicher“, erklärte Orlov besorgt.
ATP reagiert mit Evakuierungsplänen
Der Tennisverband ATP teilte zunächst mit, dass nach Konsultationen mit lokalen Behörden und Sicherheitsexperten alle Spiele als Vorsichtsmaßnahme für den Rest des Tages abgesagt wurden. Später wurde das gesamte Turnier komplett gestrichen. Der belarussische Profi Ilya Ivashka (32) veröffentlichte auf Instagram E-Mails, die seiner Aussage nach von der ATP stammen.
In der ersten Nachricht bot der Verband einen Evakuierungsflug vom Flughafen Maskat im Oman über Ägypten nach Mailand an. Die Kosten für die Tennisspieler beliefen sich auf satte 5.000 Euro pro Person – eine Summe, die Ivashka mit zynischem Unterton kommentierte: „Es braucht keine Worte“. Zum Vergleich: Der Belarusse hatte im vergangenen Jahr insgesamt weniger als 10.000 Euro an Preisgeldern verdient.
In einer zweiten E-Mail versicherte die ATP, weiter an Alternativen für die sichere Ausreise der Athleten zu arbeiten. Die unmittelbare Gefahr durch die Drohnen-Trümmer und das daraus resultierende Ölfeld-Feuers zwangen zu dieser drastischen Maßnahme, die die professionelle Tenniswelt in Aufregung versetzte.



