Petkovic sieht Zverev in Paris als starken Titelkandidaten
Die ehemalige Top-10-Spielerin Andrea Petkovic hat Alexander Zverev bei den anstehenden French Open eine herausragende Rolle zugesprochen. In einem exklusiven Gespräch mit dem Sportinformationsdienst bezeichnete die 38-Jährige den Hamburger als klaren Favoriten nach den beiden aktuellen Topstars Jannik Sinner und Carlos Alcaraz.
Grand-Slam-Titel für Zverev möglich, aber herausfordernd
Petkovic äußerte sich überzeugt, dass Zverev durchaus das Potenzial für seinen ersten Grand-Slam-Erfolg besitzt, betonte jedoch gleichzeitig die enormen Herausforderungen. „Alcaraz und Sinner repräsentieren derzeit das absolute Nonplusultra im Tennis, das muss man realistisch betrachten“, erklärte die Expertin anlässlich eines Medientermins vor dem WTA-Turnier in Berlin. Dennoch zeigte sie sich überzeugt, dass auch diese beiden Ausnahmespieler nicht unbesiegbar seien.
Besonders bei Carlos Alcaraz gebe es aktuell Unsicherheiten: „Man muss die Entwicklung genau beobachten. Er wurde kürzlich mit einer Handgelenksschiene fotografiert und hat seinen Rückzug aus Madrid bekannt gegeben. Die genauen Umstände bleiben abzuwarten“, so Petkovic.
Besorgniserregende Situation im deutschen Damentennis
Während Petkovic bei den Herren optimistische Töne anschlägt, bereitet ihr die aktuelle Lage im deutschen Damentennis erhebliche Sorgen. „Die Situation empfinde ich als wirklich sehr unglücklich“, gestand die siebenfache WTA-Titelträgerin. Die frühere Spielerin vermisst aktuell die Führungspersönlichkeiten vergangener Jahre.
Petkovic nannte konkret:
- Angelique Kerber
- Julia Görges
- Sabine Lisicki
- Laura Siegemund
- Tatjana Maria
Diese Spielerinnen hätten in der Vergangenheit Stabilität und Erfolge garantiert. Die aktuelle Entwicklung zeige sich besonders deutlich im Billie Jean King Cup, wo die deutsche Mannschaft mit unerfahrenen Spielerinnen erstmals in der Verbandsgeschichte in die dritte Liga abgestiegen ist.
Herausforderungen für deutschen Nachwuchs in Berlin
In ihrer Funktion als „Director of Excitement“ bei den Berlin Tennis Open (13. bis 21. Juni) verwies Petkovic zudem auf die schwierigen Rahmenbedingungen für deutsche Nachwuchsspielerinnen. „Der große Vorteil unseres Turniers stellt gleichzeitig einen Nachteil für den deutschen Nachwuchs dar“, analysierte sie.
Das hochkarätige Teilnehmerfeld mit ausschließlich Top-20-Spielerinnen erschwere den Einstieg für junge deutsche Talente erheblich. „Wir stehen deshalb in engem Austausch mit dem Deutschen Tennis Bund, um auch unseren Nachwuchsspielerinnen Startmöglichkeiten in Berlin zu ermöglichen“, betonte Petkovic. Die Form und Leistungsfähigkeit müsse dabei genauestens überprüft werden, um international konkurrenzfähig zu bleiben.



