Das Wetter hat die Berlin Tennis Open lahmgelegt. Sintflutartiger Regen setzte am Sonntagvormittag die Anlage des LTTC Rot-Weiß im Grunewald unter Wasser. Das Wasser stand vielerorts knöchelhoch, sowohl im Sponsorendorf als auch in den Kabinen der TV- und Radioreporter. Ob das Finale zwischen der Amerikanerin Jessica Pegula (32) und der Tschechin Linda Noskova (21) überhaupt ausgetragen wird, ist derzeit offen. Eine Stellungnahme soll um 14 Uhr erfolgen. Möglich wäre eine Verschiebung auf Montag.
Lebensgefahr durch Stromkabel im Wasser
Bevor das Finale stattfinden kann, muss die Lebensgefahr für die Besucher gebannt sein. Da Stromkabel im Wasser liegen, wurde das Gelände evakuiert. Alle Zuschauer mussten den Veranstaltungsort verlassen und suchten Zuflucht im benachbarten Auerbachtunnel und der einige hundert Meter entfernt gelegenen S-Bahn-Station Grunewald. Die Journalisten durften das Pressezentrum nicht verlassen, weil die Stromkabel unter dem Schmutzwasser nicht sichtbar sind und Lebensgefahr besteht. Sobald die Kabel lokalisiert sind, sollen weitere Informationen folgen.
Technische Probleme und Notfallplan
Die Überschwemmung wird dadurch verstärkt, dass unter den Überbauten für den Essensbereich und die Aktionsflächen Tennisplätze liegen, sodass die Wassermassen nicht abfließen können. Auch andere unsichtbare Gefahrenquellen müssen erst beseitigt werden. Pressesprecher Claus Frömming (56) spricht von einem mit den Behörden abgestimmten Notfallplan. Je nach Wetterlage könnte das Gelände gegen 15 Uhr wieder freigegeben werden, ab 16 Uhr könnte gespielt werden. Doch das ist nur eine vage Hoffnung. Bei dem aktuellen Zustand der Rasenplätze und des Geländes insgesamt ist dies kaum vorstellbar.
Das Turnier warnte seine Besucher mit einem Instagram-Post: „Das Gelände ist derzeit geschlossen und der Zugang aus Sicherheitsgründen nicht möglich. Wir bitten Sie zu Hause zu bleiben, bis weitere Informationen folgen.“ Der Veranstalter steht laut BILD-Informationen mit einem Event-Meteorologen und dem Deutschen Wetterdienst (DWD) im Austausch. „Aber die Intensität und die Geschwindigkeit, mit der das Gewitter heranzog, haben uns überrascht“, so Frömming. Erste Maßnahmen wie das Einholen von Sonnenschirmen wurden lange vor dem Unwetter eingeleitet. Bereits für Samstag war ein Unwetter angekündigt worden, das jedoch vorbeizog und nur für kleinere Unterbrechungen sorgte. Am Sonntag nun ist es quasi umgekehrt.



