Iran bei WM: US-Auflagen beeinträchtigen Regeneration des Teams
Iran bei WM: US-Auflagen beeinträchtigen Regeneration

Das iranische Fußballnationalteam sieht sich bei der Weltmeisterschaft 2026 mit strengen Auflagen der US-Behörden konfrontiert, die nach Ansicht von Spielern und Betreuern die sportliche Leistungsfähigkeit beeinträchtigen. Konkret geht es um Einschränkungen bei der Regeneration: Die Mannschaft muss unmittelbar nach dem Abpfiff abreisen und wird teilweise noch im Flugzeug medizinisch behandelt. Ein Experte für Sportmedizin bestätigt, dass diese Bedingungen weit von dem entfernt sind, was für eine optimale Erholung während eines Turniers notwendig ist.

Protest gegen „Unterdrückung“

Das iranische Team spricht öffentlich von „Unterdrückung“ und hat sich mehrfach bei der FIFA über die Auflagen beschwert. Die USA als Gastgeber der WM verlangen unter anderem, dass die Mannschaft nach jedem Spiel noch am selben Abend das Stadion und das Land verlässt – eine Vorgabe, die laut Teamarzt Dr. Reza Mohammadi die Nachsorge massiv erschwert. „Normalerweise stehen nach einem Spiel Kühlbecken, Massagebänke und Ruheräume zur Verfügung. Stattdessen sitzen wir im Bus und später im Flugzeug“, zitiert der Spiegel den Arzt.

Die US-Regierung begründet die Auflagen mit Sicherheitsbedenken und diplomatischen Spannungen. Iranische Funktionäre sehen darin jedoch eine gezielte Schwächung des Teams. „Das ist kein Sport, das ist Politik“, sagte ein namentlich nicht genannter Spieler gegenüber Reportern. Die FIFA hat bisher vermittelt, aber keine Ausnahmen durchsetzen können.

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Optimale Regeneration: Was die Wissenschaft sagt

Sportmediziner Prof. Dr. Markus Keller von der Deutschen Sporthochschule Köln erklärt, dass eine effektive Regeneration nach einem 90-minütigen Spiel mehrere Komponenten umfasst: Kühlung der Muskeln, Kompressionsbehandlung, Eiweißaufnahme innerhalb von 30 Minuten und Schlaf in einer ruhigen Umgebung. „Wenn all das wegfällt, steigt das Verletzungsrisiko und die Leistungsfähigkeit sinkt um bis zu 15 Prozent im nächsten Spiel“, so Keller. Die iranische Mannschaft habe in den ersten beiden Gruppenspielen tatsächlich eine erhöhte Zahl von Muskelverletzungen verzeichnet – ein Indiz für die unzureichende Erholung.

Statistiken der FIFA zeigen, dass die durchschnittliche Regenerationszeit nach einem WM-Spiel bei 48 Stunden liegt. Unter optimalen Bedingungen – wie sie etwa die deutsche oder brasilianische Mannschaft genießen – stehen Physiotherapeuten rund um die Uhr bereit, und die Spieler schlafen in klimatisierten Hotelzimmern mit speziellen Matratzen. Im krassen Gegensatz dazu muss Iran oft in Transithallen oder Flugzeugen übernachten.

Auswirkungen auf die Leistung

Die Konsequenzen sind messbar: In der ersten Halbzeit ihrer Spiele zeigt die iranische Mannschaft noch hohe Laufleistungen, bricht aber in der zweiten Hälfte deutlich ein. Im Spiel gegen Mexiko fiel die durchschnittliche Sprintgeschwindigkeit von 28 km/h in der ersten auf 24 km/h in der zweiten Halbzeit – ein Abfall, der weit über dem Turnierdurchschnitt von 3 km/h liegt. „Das ist ein klares Zeichen von Ermüdung, die durch fehlende Regeneration verstärkt wird“, analysiert Keller.

Die iranische Regierung hat mittlerweile offiziell Protest bei der UNO eingelegt und verlangt eine Überprüfung der US-Auflagen. Die FIFA steht unter Druck, eine Lösung zu finden, bevor die K.o.-Runde beginnt. „Wir können nicht zulassen, dass ein Team aufgrund politischer Streitigkeiten benachteiligt wird“, sagte FIFA-Präsident Gianni Infantino in einer Pressekonferenz. Bisher blieb es jedoch bei Appellen.

Die Mannschaft selbst versucht, das Beste aus der Situation zu machen. „Wir sind Profis, wir kämpfen trotzdem“, sagte Kapitän Ehsan Hajsafi. Doch die Stimmung sei angespannt. Der nächste Gegner, Spanien, gilt als haushoher Favorit – und die iranischen Spieler wissen, dass sie unter den gegebenen Umständen eine noch größere Herausforderung zu bewältigen haben.

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