Tennis-Legenden gedenken verstorbenen Trainer Niki Pilic: „Ohne ihn kein Olympia-Gold“
Tennis-Legenden gedenken Trainer Niki Pilic: „Ohne ihn kein Olympia-Gold“

Bewegende Ehrung für einen Tennis-Visionär

Die Atmosphäre auf dem Center-Court der BMW Open in München war von tiefem Respekt und bewegenden Erinnerungen geprägt. Der verstorbene frühere Davis-Cup-Teamchef Niki Pilic, der am 22. September 2025 im Alter von 86 Jahren verstarb, wurde in einem würdevollen Rahmen geehrt. Pilic war die prägende Persönlichkeit, die Deutschland dreimal – in den Jahren 1988, 1989 und 1993 – zum Sieg in der wichtigsten Mannschaftstrophäe im Tennis führte.

Versammelte Legenden auf dem heiligen Rasen

Unmittelbar nach dem Halbfinale der BMW Open, in dem Alexander Zverev gegen den Italiener Flavio Cobolli unterlag, betraten sieben Tennis-Ikonen den Platz. Boris Becker (58), Carl-Uwe Steeb (58), Eric Jelen (61), Patrik Kühnen (60), Michael Stich (57), Marc-Kevin Goellner (55) und Bernd Karbacher (58) versammelten sich, um ihrem verstorbenen Kapitän die letzte Ehre zu erweisen. Alle hatten unter seiner Führung in den siegreichen Davis-Cup-Teams gestanden, wobei Karbacher im Finale 1993 gegen Australien zwar zum Kader gehörte, aber nicht zum Einsatz kam.

Auf den großen Videowänden der Anlage wurden ergreifende Szenen aus dem Leben von Niki Pilic sowie Höhepunkte der drei Davis-Cup-Triumphe gezeigt. Die Ehrung fand an einem besonderen Ort statt: auf dem Gelände des MTTC Iphitos in München. Hier hatte Pilic 1970 selbst im Finale gestanden, wenn auch mit einer Niederlage gegen Ion Tiriac, und später zehn Jahre lang als Turnierdirektor gewirkt.

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Die prophetische Weitsicht eines Trainers

Fabian Tross, der Präsident von Iphitos, teilte eine bemerkenswerte Anekdote, die Pilics außergewöhnliches Gespür für Talent unterstreicht. „Er entwickelte einen gewissen Novak Djokovic in München“, erinnerte sich Tross. „Als er uns den 14-jährigen Novak vorstellte, sagte er: ‚Der wird mal die Nummer 1.‘ Wie so oft behielt er auch da recht.“ Heute ist der serbische Tennisstar mit 24 Grand-Slam-Titeln der Rekordchampion, was Pilics visionäre Einschätzung eindrucksvoll bestätigt.

Emotionale Worte und ein historisches Vermächtnis

Patrik Kühnen, der heutige Turnierdirektor von München, ergriff stellvertretend für die sieben Davis-Cup-Sieger das Wort. Mit stockender Stimme betonte er: „Er hat uns glauben gemacht, dass wir große Dinge erreichen können. Ich kann auch sagen, dass es die Goldmedaille von Barcelona nicht gegeben hätte, wenn Niki nicht seine besonderen Fähigkeiten ausgespielt hätte.“

Damit bezog sich Kühnen auf den Olympiasieg von Boris Becker und Michael Stich bei den Spielen 1992 in Barcelona. Die beiden Tennisstars waren zu dieser Zeit verfeindet und traten nur auf Vermittlung von Niki Pilic gemeinsam an. Die legendären Jubelszenen nach dem Finale, in denen sie sich wie beste Freunde in die Arme fielen, bleiben ein unvergessliches Kapitel der Sportgeschichte – und ein Beweis für Pilics diplomatisches Geschick und seine Führungsqualitäten.

Die Ehrung bei den BMW Open war mehr als nur eine Geste; sie war ein Tribut an einen Mann, der den deutschen Tennisport nachhaltig geprägt hat. Seine Fähigkeit, Spieler zu motivieren, Konflikte zu lösen und Talente frühzeitig zu erkennen, macht sein Vermächtnis unsterblich. Die versammelten Legenden standen nicht nur für ihre eigenen Erfolge, sondern auch für die unzähligen Momente, in denen Niki Pilic den Unterschied ausmachte.

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