Royaler Applaus und eine Wildcard: Arthur Ferys märchenhafter Weg ins Halbfinale
Prinzessin Kate verfolgte sein Zweitrundenmatch auf einem Außenplatz, Königin Camilla gratulierte ihm persönlich nach dem Viertelfinalsieg: Arthur Fery ist in Wimbledon der Stolz der Briten. Der 23-jährige Wildcard-Teilnehmer hat sich als Sensations-Halbfinalist einen Namen gemacht und trifft nun auf Alexander Zverev. Die Schlagzeilen über sein Tennis-Märchen schreiben sich mit dem Wortspiel „Fery-tale“ statt Fairytale fast von selbst.
„Fery-tale“ statt Fairytale: Begegnung mit der Königin
„Ich habe ihr gesagt, was für eine Ehre es für mich war, vor ihr zu spielen. Sie sagte nur: 'Herzlichen Glückwunsch, mach weiter so'“, schilderte Fery seine Begegnung mit Königin Camilla. „Ich habe ihr erzählt, dass ich am Sonntag Geburtstag habe und es daher toll wäre zu spielen.“ Am Finaltag der Männer beim Rasenklassiker in London wird Fery 24 Jahre alt. Dank einer Wildcard, einer Einladung ohne sportliche Qualifikation, schreibt er eine außergewöhnliche Geschichte: Als erster Wildcard-Spieler seit 25 Jahren – seit dem Kroaten Goran Ivanisevic, der damals sogar den Turniersieg holte – steht er im Halbfinale.
Vom Wimbledon-Schüler zum Halbfinalisten
Im französischen Sèvres vor den Toren von Paris geboren, wuchs Fery nur wenige Minuten vom All England Club im Südwesten Londons auf. Seine ehemalige Schule ist lediglich rund eineinhalb Kilometer entfernt. „Es ist jetzt natürlich unwirklich, hier zu spielen“, sagte er selbst. Tennis und Sport wurden ihm praktisch in die Wiege gelegt: Seine Mutter Olivia Fery war Tennisspielerin, sein Vater Loic Fery, französischer Geschäftsmann, ist Präsident des französischen Fußball-Erstligisten FC Lorient.
Von Federer-Fan zum Gegner der Legende
Als Teenager besuchte Fery ab und zu Wimbledon-Matches, am liebsten von Roger Federer. Die Schweizer Tennis-Legende sah ihm nun zu, wie er ins Viertelfinale einzog. Dort behauptete sich der frühere College-Spieler von Stanford gegen den italienischen French-Open-Finalisten Flavio Cobolli in drei Sätzen. Vor Wimbledon kam Fery nie bei einem Grand-Slam-Turnier über die zweite Runde hinaus. Seine begeisternden Auftritte werden ihn in der Weltrangliste von Platz 114 weit nach oben in die Top 40 katapultieren.
Zverev als nächste Hürde: „Ich bin bereit dafür“
Zverev sei „wieder eine Stufe höher“ als kommender Gegner, sagte Fery. „Ich bin bereit dafür.“ Das britische Publikum wird er auf seiner Seite haben. Am Sonntag, seinem 24. Geburtstag, könnte das Märchen seinen Höhepunkt erreichen – wenn er im Finale steht.



