Ein junger Pelikan unbekannter Herkunft ist unerwartet im Tierpark Greifswald aufgetaucht und wurde nach Stralsund umgesiedelt. Ornithologen hatten den Wasservogel zuvor in der Nähe der vorpommerschen Stadt gesichtet. Der Pelikan landete im Greifswalder Tierpark und begab sich in einen Stall – genauer gesagt in das Meerschweinchenhaus, wie Medien berichten.
Ungewöhnlicher Besuch im Meerschweinchenhaus
Zoodirektor Christoph Langner aus Stralsund bezeichnete das Auftauchen des Vogels als „recht ungewöhnlich“. Der Pelikan wurde später nach Stralsund gebracht, wo es bereits eine Pelikananlage gibt. Da Pelikane sehr gesellige Tiere sind und eine Gruppe benötigen, war die Umsiedlung sinnvoll. Langner betont: „Der hat sich hier sehr schnell eingelebt und fühlt sich richtig zuhause hier.“
Herkunft unklar – Wildvogel ausgeschlossen
Die Herkunft des Vogels bleibt rätselhaft. „Wir schließen aus, dass das ein Wildvogel ist“, erklärt Langner. Ein wildes Tier würde niemals freiwillig in einen Stall gehen. Der Pelikan stammt möglicherweise aus einem anderen Zoo oder von einem privaten Halter. Auffällig ist jedoch, dass er nicht markiert ist – etwa mit Ringen. Es handelt sich laut Langner um einen Rosapelikan, der als Jungtier noch nicht die typische Färbung aufweist. Das Tier wirkt gesund und gut genährt.
Flugfähigkeit und mögliche Herkunftsorte
Rosapelikane können in Abhängigkeit von Wind und Thermik mehr als hundert Kilometer fliegen. „Weite Distanzen sind für Pelikane kein Problem“, so Langner. Dennoch glaubt er nicht, dass der Vogel über die Ostsee gekommen ist: „Ich denke schon, dass er eher über Land gekommen ist.“ Die Art hat ein weites Verbreitungsgebiet in Südeuropa, Afrika und Asien. Pelikane, die in Deutschland gesichtet werden, stammen in der Regel aus Haltungen, da hierzulande keine Brutgebiete bekannt sind.
Bleibt der Pelikan in Stralsund?
Der Zoodirektor zeigt sich offen für eine dauerhafte Aufnahme: „Er ist durchaus willkommen.“ Sollte jedoch ein rechtmäßiger Besitzer auftauchen und seinen Anspruch nachweisen können, würde man das Tier wieder abgeben. Langner hält es durch die Klimaerwärmung für denkbar, dass Pelikane künftig auch wild in Deutschland leben könnten. „Die Frage ist dann aber, was die Tiere im Winter machen“, gibt er zu bedenken.



