Zverev überwindet Sandplatz-Fluch gegen Cerundolo und zieht ins Halbfinale ein
Der Bann ist endlich gebrochen! Alexander Zverev (28) hat seinen langjährigen Angstgegner Francisco Cerundolo (27) zum ersten Mal auf Sandplatz besiegt. Im packenden Viertelfinale der BMW Open in München setzte sich der Hamburger mit 5:7, 6:0, 6:2 durch und erreichte damit das Halbfinale des traditionsreichen Turniers. Dieser Sieg ist besonders bedeutsam, da Zverev die vorangegangenen vier Begegnungen auf roter Asche gegen den Argentinier allesamt verloren hatte. Bislang gelangen ihm Siege gegen Cerundolo ausschließlich auf Hartplatz – nun beweist er eindrucksvoll, dass er auch auf seinem Lieblingsbelag die Oberhand behalten kann.
Ein emotionaler Matchverlauf mit dramatischen Wendungen
Der Start des Weltranglistendritten verlief perfekt. Bei angenehmen Temperaturen um 20 Grad und Sonnenschein – ideale Bedingungen für den deutschen Tennisstar – erarbeitete sich Zverev schnell einen 4:1-Führung durch zwei frühe Breaks. Der erste Satz schien bereits entschieden, doch dann kam die überraschende Wende. Plötzlich häuften sich die Fehler, Zverev geriet in die Defensive und verlor seine Durchschlagskraft. Drei Aufschlagspiele gab der dreimalige Grand-Slam-Finalist noch ab und verlor den Satz mit 5:7. Nach diesem Rückschlag blickte er kurz in Richtung seiner Box, wo Vater Alexander senior (66), Bruder Mischa (38) und sein gesamtes Team ihn unterstützten.
Diese kurze Pause schien Wunder zu wirken. Im zweiten Satz kehrte Zverev verwandelt zurück und dominierte das Spielgeschehen von der ersten Minute an. Cerundolo hatte keine Antwort auf die plötzliche Offensive des Deutschen und verlor den Satz mit 0:6 – ein echter Kracher-Satz, der die Stimmung auf dem voll besetzten Center-Court kippen ließ.
Zverev setzt sich durch und trifft im Halbfinale auf Cobolli
Im entscheidenden dritten Satz gab es dann kein Halten mehr für den Olympiasieger von 2021. Zverev baute seine Führung konsequent aus, erzielte ein frühes Break zum 2:1 und ließ sich diesen Vorsprung nicht mehr nehmen. Selbst ein zweites Break zum 5:2 gelang dem Titelverteidiger, der damit die Entscheidung praktisch herbeiführte. Anders als im ersten Satz verspielte er diesmal seine Vorteile nicht. Nach 2 Stunden und 15 Minuten Spielzeit verwandelte Zverev seinen ersten Matchball zum 6:2 und sicherte sich den verdienten Halbfinaleinzug.
Im nächsten Duell am Samstag wartet nun der Italiener Flavio Cobolli (23) auf Zverev. Cobolli, aktuell auf Platz 16 der Weltrangliste, stellt die nächste Herausforderung für den Hamburger dar, der in München seinen vierten Titel anstrebt. Dieser Sieg gegen Cerundolo dürfte Zverev zusätzliches Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben geben und zeigt, dass er auch auf Sand gegen vermeintliche Angstgegner gewinnen kann.



