Berlin Recycling Volleys im CEV Cup: Die 'nächste geile Reise' gegen hartes Los?
Die Berlin Recycling Volleys stehen vor einer großen Herausforderung im europäischen Volleyball. Im Viertelfinale des CEV Cups, dem zweithöchsten internationalen Wettbewerb, treffen die Hauptstädter am Mittwochabend auf das italienische Spitzenteam Gas Sales Bluenergy Piacenza. Für die Berliner Mannschaft geht es dabei um mehr als nur den Einzug ins Halbfinale.
Erinnerungen an den Triumph von 2016
Kapitän Ruben Schott blickt mit besonderen Gefühlen auf die vergangenen Erfolge zurück. "Damals war das schon eine geile Reise mit der Mannschaft", erinnert sich der 31-Jährige an den bislang einzigen internationalen Titel der Berlin Recycling Volleys. Im Jahr 2016 gelang nach dem Ausscheiden in der Champions League noch der Gewinn des CEV Cups - ein Erfolg, der bis heute nachhallt.
"Dieser Weg kann gerne das Vorbild für diese Saison sein", betonte Schott gegenüber dem SID. Die Enttäuschung über das erste Vorrunden-Aus in der Königsklasse seit zehn Jahren soll nun vergessen gemacht werden. Das Viertelfinal-Hinspiel gegen Piacenza könnte dafür der erste wichtige Schritt sein.
Eine holprige Saison mit neuen Chancen
Die aktuelle Spielzeit verlief für den deutschen Volleyball-Serienmeister bisher überraschend holprig. Nachdem die Berliner bereits den DVV-Pokal an die SVG Lüneburg abgeben mussten, könnte der CEV Cup eine weitere Titelchance eröffnen - oder aber für die nächste Enttäuschung sorgen.
Geschäftsführer Kaweh Niroomand blickt "mit einem lachenden und einem weinenden Auge" auf das Duell gegen die Italiener. Der 73-Jährige führt aus: "Mit Blick auf die vertretenen Teams hätte es vielleicht die Möglichkeit gegeben, jetzt in diesem Wettbewerb etwas zu reißen." Stattdessen habe seine Mannschaft mit dem Spitzenteam aus Norditalien "gleich den härtesten Gegner gekriegt".
Die Herausforderung aus Italien
Gas Sales Bluenergy Piacenza gilt als einer der stärksten Kontrahenten im gesamten Wettbewerb. Das Lospech in der Auslosung soll für die Berliner jedoch nicht zum Stolperstein werden. "Natürlich haben wir eine Chance", meinte Niroomand zuversichtlich.
Für Kapitän Ruben Schott wird das Duell zeigen, "ob wir in den letzten Wochen einen kleinen Schritt nach vorn gemacht haben". Die Mannschaft muss beweisen, dass sie aus den bisherigen Rückschlägen gelernt hat und bereit ist für die internationale Spitze.
Unterschiede zur Triple-Saison 2016
Eins steht jedoch fest: Genauso wie vor zehn Jahren wird es in dieser Saison nicht laufen. 2016 sicherte sich der Liga-Primus noch das Triple aus Meisterschaft, Pokal und CEV Cup. In der aktuellen Spielzeit mussten die Hauptstädter mit dem DVV-Pokal bereits eine Trophäe aus der Hand geben.
Der frischgebackene Champion SVG Lüneburg zeigt zudem, dass die Konkurrenz im deutschen Volleyball gewachsen ist. Die Niedersachsen können sowohl in der heimischen Meisterschaft als auch im CEV Cup noch ein Wörtchen mitreden und stellen eine zusätzliche Herausforderung dar.
Die Berlin Recycling Volleys stehen an einem Scheideweg. Ein Erfolg gegen Piacenza könnte den Beginn einer neuen "geilen Reise" markieren, während eine Niederlage die bereits holprige Saison weiter erschweren würde. Die Spannung vor dem Viertelfinal-Hinspiel ist entsprechend groß.



