VfB Suhl nach 18 Jahren wieder Volleyball-Pokalsieger: Die 1,53-Meter-Libera wird zur Matchwinnerin
Suhl nach 18 Jahren wieder Pokalsieger: Kleinste wird Größte

Historischer Triumph nach 18 Jahren Wartezeit

Der VfB Suhl hat nach einer langen Durststrecke von 18 Jahren endlich wieder den Volleyball-Pokal gewonnen. Im packenden Finale von Mannheim setzten sich die Thüringerinnen gegen den MTV Stuttgart mit 3:2 (25:17, 25:18, 15:25, 23:25, 15:13) durch und bewiesen damit, dass ihr Bundesliga-Erfolg am vergangenen Sonntag kein Zufallstreffer war.

Ein Krimi mit Happy End

Lange Zeit sah es nach einem klaren Sieg für Suhl aus, doch am Ende entwickelte sich das Duell der Tabellenspitze zu einem echten Nervenkitzel. Während die erste Begegnung vor sechs Tagen von Beginn an spannend war, verlief das Finale zunächst einseitig. Nach nur 52 Minuten führte Suhl bereits mit 2:0, bevor Stuttgart aufwachte und den dritten Satz klar mit 25:15 für sich entschied.

Im vierten Durchgang legte Stuttgart zunächst eine schwache Phase ein und lag mit 4:10 zurück. Doch die Aussicht auf den sechsten Pokalsieg beflügelte das Team von Trainer Konstantin Bitter. Der Satz endete mit einem knappen 25:23 für Stuttgart, sodass der Tiebreak über den Sieger entscheiden musste.

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Die Kleinste wird zur Größten

Die wahre Heldin des Abends war jedoch Xiang-Chen Lai. Die nur 1,53 Meter große Libera wechselte im Sommer 2025 aus Shenzhen in China nach Suhl – ihre erste Station in Europa. Die taiwanesische Abwehr-Spezialistin setzte den Stuttgarter Angreiferinnen immer wieder zu und wurde zur unerwarteten Matchwinnerin.

Im Angriff glänzte die tschechische Spielerin Monika Brancuska, die vor 12.508 begeisterten Zuschauern am Ende 33 Punkte erzielte. Gegen den disziplinierten Suhler Block fand Stuttgarts Pia Kästner kaum Mittel und Wege.

Stuttgarts unerklärliche Schwäche

Was mit dem Titelverteidiger Stuttgart los war, bleibt rätselhaft. Das Team agierte unverständlich harmlos und ohne die sonst übliche Aggressivität. Nach der ersten Saisonniederlage in Suhl folgte nun prompt die zweite gegen denselben Gegner.

Dabei hatte Suhls Trainer László Hollósy vor dem Spiel noch betont: „Wir müssen realistisch bleiben. Der Favorit ist Stuttgart.“ Davon war in den ersten beiden Sätzen jedoch nichts zu spüren.

Die Entscheidung im Tiebreak

Im entscheidenden fünften Satz ging Suhl schnell mit 6:3 in Führung und ließ sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen. Mit 15:13 sicherten sich die Thüringerinnen den verdienten Sieg und fielen sich jubelnd in die Arme.

Dieser Triumph beweist, dass der VfB Suhl zurück ist und zu den stärksten Teams der Bundesliga gehört. Nach 18 Jahren Pokal-Durststrecke können die Spielerinnen und Fans nun endlich wieder feiern.

Männerfinale steht bevor

Parallel zum Frauenfinale treffen bei den Männern ab 19 Uhr die SVG Lüneburg und der VfB Friedrichshafen aufeinander. Dieses Finale gab es bereits dreimal – jedes Mal gewann der einstige Serienmeister vom Bodensee. Dem Rekord-Pokalsieger winkt der 18. Cup, während es für Lüneburg der erste Titel überhaupt wäre.

Trainer Stefan Hübner äußerte sich vor dem Spiel: „Man sagt ja: Alle guten Dinge sind vier. Natürlich träumen alle davon, im Verein, die Fans und das ganze Umfeld. Es wäre für alle schön, etwas für ihr Engagement und ihren Invest zurückzubekommen.“

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