Volleyball-Sensation in Mannheim: Suhls Wolfsrudel erobert den Pokal
Mit schmerzenden Beinen und eisernem Willen haben die Volleyballerinnen des VfB Suhl eine atemberaubende Pokal-Sensation geschaffen. Vor mehr als 12.500 begeisterten Zuschauern in der Mannheimer Arena besiegten die Thüringerinnen den großen Favoriten Allianz MTV Stuttgart mit 3:2 und feierten ihren zweiten Pokal-Triumph nach 2008 ausgelassen.
Ein historischer Moment für das Wolfsrudel
„Ich war die ganze Woche so müde. Ich konnte nicht trainieren, weil ich so viel Schmerzen im Bein hatte, also weiß ich es nicht. Aber ich will ein Bier!“, sagte eine überglückliche Kapitänin Roosa Laakonen nach dem mitreißenden Endspiel. Die Finnin hatte gemeinsam mit Sanaá Dotson im entscheidenden Tie-Break mit einem Doppelblock den Sieg besiegelt.
„Ich hätte nie gedacht, dass wir den Titel holen können“, gestand Laakonen, die für den Erfolg die Zähne zusammenbiss. „Ich bin so stolz, ein Teil dieses Teams zu sein. Wir haben heute Geschichte geschrieben.“
Furioser Start und nervenaufreibendes Finale
Die Suhlerinnen begannen das Spiel furios, angeführt von Bundesliga-Topscorerin Monika Brancuska, die beeindruckende 33 Punkte erzielte. Dabei hätte Stuttgart vorgewarnt sein müssen: Erst am vergangenen Wochenende hatte der Tabellenzweite Suhl dem erstplatzierten MTV die erste Niederlage in der Liga beigebracht.
„Man kann so nicht ins Spiel starten“, kritisierte auch Nationalspielerin Pia Kästner die schwache Anfangsphase ihrer Mannschaft. Doch Stuttgart kam zurück und zwang Suhl zu einem nervenaufreibenden Finale, das die Thüringerinnen auch fernab ihrer heimischen Wolfsgrube souverän meisterten.
„Wir sind das Wolfsrudel und geben niemals auf“
Ein emotionaler Trainer Laszlo Hollosy fand nach dem Sieg kaum Worte: „Wir sind das Wolfsrudel und wir geben niemals auf. Wir haben mehrfach gezeigt, dass wir richtig kämpfen können und unmögliche Punkte gemacht. Ich habe einfach keine Worte für diesen Sieg.“
Vor der beeindruckenden Kulisse von 12.500 Fans entwickelte sich ein echtes Volleyball-Fest. Besonders die mitgereisten Anhänger aus Suhl peitschten das Team immer wieder nach vorne. Mittelblockerin Laura Berger war nach dem Coup überwältigt: „Ich kann es immer noch nicht fassen, dass wir diesen Pokal jetzt hier gewonnen haben, in dieser unbeschreiblichen Halle. Mit 12.000 Zuschauern, das ist schon das Größte. Es ist einfach unfassbar.“
Neue Perspektiven für die Thüringerinnen
Der Pokalsieg eröffnet den Suhlerinnen nun völlig neue Perspektiven für die laufende Saison. Zwar bleibt Stuttgart der große Favorit auf den Meistertitel, hat nun aber zweimal hintereinander gegen den VfB verloren.
„Natürlich sind wir immer noch Zweiter in der Tabelle, aber wir können große Teams wie Stuttgart schlagen, und das ist ein großartiges Gefühl“, analysierte Laakonen. Doch zunächst stand für die Pokalsiegerinnen das verdiente Feiern im Vordergrund – mit oder ohne schmerzende Beine.



