Alysa Liu feiert triumphalen Olympiasieg im Eiskunstlauf
In einer spektakulären Kür-Entscheidung hat die US-amerikanische Eiskunstläuferin Alysa Liu die Goldmedaille bei den Olympischen Winterspielen in Mailand gewonnen. Die 20-Jährige setzte sich in der Milano Ice Skating Arena mit 226,79 Punkten gegen die starke japanische Konkurrenz durch und krönte damit ihr beeindruckendes Comeback nach einer vorzeitigen Karrierepause.
Vom Wunderkind zur Olympiasiegerin
Liu, die bereits mit 13 Jahren als jüngste Läuferin den dreifachen Axel stand und damals als Eis-Wunderkind gefeiert wurde, hatte ihre Karriere überraschend nach der WM-Bronze 2022 für beendet erklärt. Doch die Motivation kehrte zurück und führte sie nun auf den olympischen Gipfel. "Das ist der Höhepunkt meiner Karriere", sagte die Weltmeisterin nach ihrem Sieg.
Im Kurzprogramm lag Liu noch auf Rang drei, allerdings mit minimalem Rückstand. In der Kür überzeugte sie dann mit einer mitreißenden Darbietung zur MacArthur Suite von Donna Summer, die sowohl die Jury als auch die Zuschauer in der Arena begeisterte.
Japanisches Trio komplettiert das Podest
Die Silbermedaille ging an die Japanerin Kaori Sakamoto mit 224,90 Punkten, während ihre Landsfrau Ami Nakai mit 219,16 Punkten Bronze gewann. Damit dominierte das japanische Trio hinter der US-Amerikanerin die Medaillenränge.
Besonders emotional war der Moment, als Lius Landsmann Ilia Malinin, der am vergangenen Freitag in derselben Arena enttäuschend abgestürzt war, auf der Tribüne ihren Sieg bejubelte.
Russische Athletin verpasst Medaille
Die als neutrale Einzelathletin zugelassene Russin Adelija Petrossjan ging von Rang fünf in die Kür, stürzte jedoch beim dreifachen Toeloop und belegte mit 214,53 Punkten schließlich den sechsten Platz. Die 17-Jährige war eine von nur 13 russischen Sportlern bei diesen Winterspielen.
Deutsche Beteiligung und Hintergründe
Für Rumänien startete die gebürtige Baden-Württembergerin Julia Sauter, die bei ihrer Olympia-Premiere mit 190,93 Punkten den 17. Rang erreichte. Die 28-Jährige war im Jugendalter aus dem Förderprogramm der Deutschen Eislauf-Union (DEU) aussortiert worden und wechselte auf Anraten eines Trainers den Verband.
"Ich bin unglaublich stolz, hier zu sein", sagte Sauter, die im vergangenen Jahr die rumänische Staatsbürgerschaft erhalten hatte und bei der Eröffnungsfeier sogar als Fahnenträgerin fungieren durfte.
Eine deutsche Einzelläuferin hatte sich nicht für Olympia qualifiziert, während im Paarlauf das deutsche Duo Minerva Hase und Nikita Volodin aus Berlin am Montag Bronze gewonnen hatte.
Weniger Kontroversen als in Peking
Die Eiskunstlauf-Konkurrenz der Frauen stand diesmal weniger im Fokus der Kontroversen als noch bei den Spielen in Peking 2022. Damals war die 15-jährige Russin Kamila Walijewa trotz eines positiven Dopingtests unter Vorbehalt angetreten, zerbrach in der Kür am öffentlichen Druck und wurde später für vier Jahre gesperrt.
Für eine Qualifikation für Mailand kehrte die mittlerweile 19-Jährige zu spät in den Wettbewerb zurück. Damit konnte sich die Aufmerksamkeit voll auf die sportliche Leistung der Athletinnen konzentrieren, die in der Milano Ice Skating Arena ihr Bestes gaben.



