Bö kritisiert deutsche Biathleten: Norwegischer Star fordert dringende Veränderungen
Bö: Deutsche Biathleten abgehängt - Veränderung nötig

Internationale Kritik am deutschen Biathlon: Johannes Thingnes Bö fordert Veränderungen

Selbst die internationale Konkurrenz zeigt sich besorgt über das aktuelle Leistungsniveau der deutschen Biathleten. Der norwegische Rekordweltmeister Johannes Thingnes Bö äußerte in einem exklusiven Interview mit Sport1 deutliche Kritik und sieht die deutschen Athleten von der Weltspitze deutlich abgehängt.

„Sehr enttäuscht“: Bös deutliche Worte

„Ich bin sehr enttäuscht von den Deutschen. Sowohl die Damen als auch die Herren waren nicht gut genug“, sagte der 32-jährige Norweger mit ungewöhnlicher Offenheit. Bö, der seit Jahren die Biathlon-Szene dominiert, machte die Diskrepanz zwischen den Nationen deutlich: „Norwegen und Frankreich haben inzwischen einen großen Vorsprung auf die anderen Nationen, und es ist traurig zu sehen, dass Deutschland nur eine Bronzemedaille gewonnen hat.“

Besonders betonte der Ausnahmesportler die Bedeutung Deutschlands für den Biathlon-Sport insgesamt. „Es ist ein wichtiges Land für den Biathlon-Sport“, erklärte Bö und verwies auf die Popularität der Sportart in Deutschland. Gerade deshalb werde es für die Zukunft des gesamten Sports immer wichtiger, „Deutschland auf dem Podium zu haben“.

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Historisches Negativergebnis droht

Die aktuelle Bilanz der deutschen Biathleten bei den Winterspielen in Antholz gibt Bö recht. Vor den abschließenden Massenstarts hatten die deutschen Athleten lediglich in der Mixed-Staffel eine Medaille gewonnen. Damit steuert das deutsche Team auf ein historisches Negativergebnis zu – zuvor hatte es bei Winterspielen immer mindestens zwei Medaillen gegeben.

Für eine Rückkehr oder zumindest den Anschluss an die Weltspitze brauche es laut Bö „irgendeine Art von Veränderung“. Der langjährige Dominator zeigte sich überzeugt, dass die Möglichkeiten hierfür vorhanden seien, schließlich sei Biathlon in Deutschland „am populärsten“.

Hoffnungsträgerin Franziska Preuß

Dennoch gibt es auch einen Hoffnungsschimmer. Bö traut Franziska Preuß in ihrem letzten olympischen Karriererennen am Samstag im Massenstart durchaus eine Medaille zu. „Ich glaube an eine Medaille für Franzi im Massenstart, das tue ich wirklich“, sagte der Norweger mit Überzeugung.

Sein Rat an die deutsche Hoffnungsträgerin: „Ich werde Franzi einfach viel Glück wünschen und sagen: ‚Entspann dich, habe Spaß‘.“ Bö erinnerte daran, dass Preuß schon mehrmals „nah dran“ gewesen sei, betonte aber auch die Tücken des Sports: „Wenn es am Ende nicht gut für dich ausgeht, kann Biathlon eben eine der schlimmsten Sportarten sein.“

Die deutlichen Worte des norwegischen Weltstars unterstreichen die aktuelle Krise im deutschen Biathlon und machen deutlich, dass Veränderungen dringend notwendig sind, um wieder Anschluss an die internationale Spitze zu finden.

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