Biathlon-Legende Johannes Thingnes Bö: 'Sehr enttäuscht von deutschen Ergebnissen'
Bö enttäuscht von deutschen Biathlon-Ergebnissen

Biathlon-Ikone Johannes Thingnes Bö kritisiert deutsche Olympia-Leistungen

Nach dem Ende seiner aktiven Karriere hat sich der norwegische Biathlon-Rekordhalter Johannes Thingnes Bö eine neue Rolle als TV-Experte gesucht. Bei den Olympischen Winterspielen in Antholz kommentiert er die Wettkämpfe für das norwegische Fernsehen. In einem exklusiven Interview mit SPORT1 äußerte der fünffache Olympiasieger deutliche Kritik an den Leistungen des deutschen Biathlon-Teams und verriet seine persönlichen Eindrücke zum Leben nach dem Profisport.

Karriereende ohne Rückkehrgedanken

Für Johannes Thingnes Bö steht fest: Ein Comeback als aktiver Athlet kommt nicht infrage. "Als ich mit dem Biathlon aufgehört habe, habe ich auch die Möglichkeit aufgegeben, zurückzukommen", betonte der 32-Jährige. Dennoch verfolgt er die Ergebnisse mit professionellem Interesse und überlegt, welche Platzierungen er selbst hätte erreichen können. Die Umstellung auf das normale Leben sei ihm überraschend leichtgefallen. "Nachdem ich zurückgetreten war, hatte ich das beste Jahr", so Bö, der nun mehr Zeit mit seiner Familie verbringt.

Neue Aufgabe als TV-Experte

In seiner neuen Rolle vor der Kamera fühlt sich der ehemalige Weltcup-Sieger wohl. "Es ist eine große Freude, fürs Fernsehen zu arbeiten", erklärte Bö. Sein profundes Wissen über die norwegischen Athleten, deren Stärken und Schwächen, macht ihn zu einem gefragten Analytiker. Allerdings gibt er zu, nicht immer alles vorhersagen zu können: "Ich bin nicht in allen Dingen ein Experte", sagte er mit einem Lachen.

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Emotionale Erinnerungen an Laura Dahlmeier

Besonders bewegt zeigte sich Bö beim Thema Laura Dahlmeier. Die deutsche Biathlon-Legende war im vergangenen Jahr tragisch verstorben. "Sie war die erste Athletin, die ich bei den Junior-Weltmeisterschaften getroffen habe", erinnerte sich der Norweger. Dahlmeier sei ein großes Vorbild gewesen, nicht nur für den Biathlon-Nachwuchs, sondern für alle Menschen. "Sie hat immer ein großes Lächeln auf den Lippen gehabt und Spaß am Sport", so die ehrenvollen Worte des Rekord-Biathleten.

Deutliche Kritik an deutschen Biathleten

Die Leistungen des deutschen Teams bei den Olympischen Spielen bewertet Bö äußerst kritisch. "Ich bin sehr enttäuscht von den Deutschen. Sowohl die Damen als auch die Herren waren nicht gut genug", urteilte der Experte. Norwegen und Frankreich hätten einen deutlichen Vorsprung herausgearbeitet. Besonders bedauerlich findet er die einzige Bronzemedaille für Deutschland, da Biathlon hierzulande besonders populär sei. "Es ist wichtig für uns, Deutschland auf dem Podium zu haben", betonte Bö.

Der Norweger sieht dringenden Handlungsbedarf: "Sie müssen in Deutschland irgendeine Art von Veränderung vornehmen, um zurück an die Spitze zu kommen". Das Potenzial sei vorhanden, wie die knappen Podestverfehlungen von Franziska Preuß zeigten. Für deren letztes Olympia-Rennen im Massenstart hat Bö einen einfachen Rat: "Entspann dich, habe Spaß". An eine Medaille für die Deutsche glaubt er fest.

Zukunftspläne und neue Herausforderungen

Nach seiner Biathlon-Karriere hat Johannes Thingnes Bö zahlreiche neue Projekte geplant. "Ich habe so viele Träume", verriet der Norweger. Neben einem anstrengenden Marathon in den Bergen möchte er verschiedene Sportarten ausprobieren:

  • Golf
  • Tennis
  • Fußball in einer Mannschaft

Sein persönliches Highlight: "Ich werde meine eigenen Olympischen Spiele zu Hause ausrichten mit verschiedenen Sportarten", kündigte Bö mit einem Schmunzeln an. Der ehemalige Profisportler genießt sichtlich die neue Freiheit, sich ohne Wettkampfdruck verschiedenen Herausforderungen zu stellen.

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